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  • Neuer Hitzerekord in Europa: Wie realistisch sind 50 Grad in Italien?

Bis zu 50 Grad in Italien: Droht ein europäischer Hitzerekord?

  • In Südeuropa soll es Anfang August besonders heiß werden, in Italien könnten die Temperaturen laut einem Modell sogar bis zu 50 Grad erreichen.
  • Das wäre ein neuer Hitzerekord in Europa.
  • Aber wie realistisch ist das? Ein Meteorologe gibt Antworten.
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Die Temperaturen in Europa steigen: In Italien könnte es Anfang August laut einem US-Wettermodell, das von „Kachelmannwetter” veröffentlicht wurde, bis zu 50 Grad heiß werden. Droht etwa ein neuer Hitzerekord für Europa? „Das wäre ein Hammer, wenn das passiert”, sagt der Meteorologe Jürgen Schmidt vom Wetterdienst Wetterkontor dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Modellvorhersagen seien immer das eine. Letztlich müsse man abwarten und schauen, wie es sich regional entwickelt.

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Temperaturrekord in Europa bei 48 Grad

Denn laut Schmidt sind Temperaturen von weit über 40 Grad vor allem im Mittelmeerraum nicht außergewöhnlich. So liegt der absolute Temperaturrekord in Europa bei 48 Grad – dieser wurde am 10. Juli 1977 in Athen gemessen. „Das Hauptproblem ist nicht die Hitze, sondern dass die Hitzewelle so lang anhält”, sagt er.

Gestern wurden in Antalya 37 Grad und in Athen 33 Grad gemessen. Schmidt geht davon aus, dass sich diese Temperaturen im südlichen und östlichen Mittelmeerraum bis Sonntag steigern und von da an zehn Tage andauern. Verschont von der Hitzeperiode bleiben Küstenregionen, da die Meerluft abkühlend wirke. sowie der westliche Mittelmeerbereich, etwa in der Region Andalusien.

Besonders hohe nächtliche Temperaturen

Einen weiteren Aspekt hebt der Experte hervor: Was die Hitze unerträglich mache, sei die fehlende Abkühlung in der Nacht. So könne es abends immer noch zu Werten von weit über der 35-Grad-Marke kommen. Schmidt betont, dass sich Nachttemperaturen schwerer voraussagen ließen.

Verantwortlich für die anstehende Hitzeperiode macht Schmidt nicht den Klimawandel und die dadurch bedingte verlangsamte Verschiebung von Hoch- oder Tiefdruckgebieten. Schmidt sagt: „Das liegt an den momentanen Strömungsverhältnissen und hat nichts mit dem Klimawandel zu tun.” So lägen auf der Nordhalbkugel aktuell viele Tiefdruckgebiete und auf der südlichen Halbkugel wehen dagegen warme Winde, ausgehend von der Sahara.

RND/lka

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