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Neue U-Bahn-Linie für Athen: fahrerlose Züge und 340.000 Fahrgäste pro Tag

  • Erste Pläne gehen zurück bis in die 1990er-Jahre, jetzt gibt es grünes Licht für den Bau einer neuen U-Bahn-Linie in Athen.
  • Es handelt sich um das größte Infrastrukturprojekt in der griechischen Hauptstadt seit 20 Jahren.
  • Die neue Strecke soll helfen, den Auto- und Busverkehr zu verringern – und so der Umwelt zugutekommen.
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Athen. Seit Jahrzehnten wurde das Projekt diskutiert, jetzt kommt es in Gang: Das U-Bahn-Netz der griechischen Hauptstadt Athen wird ausgebaut. Die neue Strecke soll helfen, den Auto- und Busverkehr in der Vier-Millionen-Metropole zu reduzieren und die CO₂-Emissionen zu drücken.

Die geplante Strecke ergänzt die bestehenden drei Athener U-Bahn-Linien. Die neue Linie 4 führt über eine Strecke von 13 Kilometern vom Veikou-Park in Form eines großen U zunächst nach Süden, durchquert das Athener Zentrum und verläuft dann wieder nach Norden in die Stadtteile Zografou und Goudi. Geplant sind 15 Stationen, davon vier im Stadtzentrum. An zwei von ihnen wird es Umsteigemöglichkeiten zum bestehenden Netz geben. Später soll die Linie nach Petroupoli im Westen und Marousi im Norden verlängert werden.

Baukosten von 1,8 Milliarden Euro

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Am Dienstag wurden die Verträge unterzeichnet. Der Auftrag ging an ein Konsortium der griechischen Baufirma Avax mit dem italienischen Infrastrukturunternehmen Ghella und dem französischen Transportkonzern Alsthom. Auftraggeber ist die staatliche Attiko Metro A.E., die das bereits bestehende U-Bahn-Netz in Athen und die im Bau befindliche U-Bahn im nordgriechischen Thessaloniki betreibt. Die Baukosten werden auf 1,8 Milliarden Euro veranschlagt. Damit handelt es sich um das größte staatliche Infrastrukturprojekt in Griechenland seit 20 Jahren.

Die erste Stadtbahnlinie Griechenlands wurde 1869 eröffnet. Sie führte vom Hafen Piräus nach Athen. Die Züge wurden anfangs von Dampfloks gezogen, 1904 wurde die Strecke elektrifiziert und im Zentrum unter die Erde verlegt. In den 1990er-Jahren baute man zwei weitere U-Bahn-Linien, die 2000 in Betrieb genommen und bis zu den Olympischen Spielen von 2004 erweitert wurden. Heute hat das Athener Metro-Netz eine Länge von 90 Kilometern mit 60 Stationen. Mit der neuen Linie 4 wächst es auf 103 Kilometer und 75 Bahnhöfe.

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CO₂-Emissionen sollen um 318 Tonnen pro Tag reduziert werden

Erste Pläne gehen zurück bis in die 1990er-Jahre. Der Streckenverlauf wurde 2006 festgelegt. Zwei Jahre später begann die technische Planung. Aber die griechische Finanzkrise warf das Projekt weit zurück. Erst 2017 wurde es ausgeschrieben. Zahlreiche Einsprüche verzögerten das Vorhaben. Anfang Juni gab der staatliche Rechnungshof endlich grünes Licht.

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Der Bau soll acht Jahre dauern. Für die neue Strecke werden zwei Tunnelbohrmaschinen eingesetzt, die sich von beiden Endstationen aufeinander zuarbeiten. Das soll Zeit sparen. Es könnte aber Verzögerungen geben – vor allem, wenn die Bagger beim Bau der Stationen auf Antiquitäten stoßen und Archäologen die Funde sichern müssen. Viele Athener Stadtteile werden sich jetzt in Großbaustellen verwandeln.

Entschädigt werden die Athenerinnen und Athener dafür mit einem hochmodernen Transportsystem. Die fahrerlosen Züge der neuen Linie sollen pro Tag 340.000 Fahrgäste befördern, 60.000 Autofahrten überflüssig machen und laut griechischem Verkehrsminister Kostas A. Karamanlis die CO₂-Emissionen in Athen um 318 Tonnen pro Tag reduzieren.

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