Nachruf auf toten Vater – und flammender Appell an Corona-Leugner

  • Courtney Farr bewegt mit einem Nachruf auf seinen an Corona gestorbenen Vater die Menschen in den USA.
  • „Seine letzten Tage waren härter, schrecklicher und einsamer als nötig“, schreibt Farr.
  • Und dann gebe es immer noch Leute, die sich weigerten, „ein Stück Stoff in ihrem Gesicht zu tragen, um einander zu schützen“.
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Belle Plaine. Courtney Farr hat auf seinen im Alter von 81 Jahren mit dem Coronavirus gestorbenen Vater einen Nachruf geschrieben, der Corona-Leugnern ins Gewissen redet. Dr. Marvin James Farr aus Scott City in Kansas sei am Dienstag isoliert in einem Pflegeheim als einer von mehr als 260.000 Amerikanern mit dem Coronavirus gestorben. Und dennoch gebe es immer noch Leute, die sich weigerten, „ein Stück Stoff in ihrem Gesicht zu tragen, um einander zu schützen“.

Der Nachruf wurde in den sozialen Medien viel diskutiert und von vielen Zeitungen zitiert. Courtney Scott beschreibt darin, wie sein Vater „von verwirrend und erschreckend gekleideten Menschen“ gepflegt werden musste. „Seine letzten Tage waren härter, schrecklicher und einsamer als nötig.“ Er erinnerte, wie sein Vater, ein Bauer und Tierarzt, im Einverständnis mit der Wissenschaft des Lebens gelebt habe.

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„Dass er so viele Menschen angesprochen hat, wärmt mir mein Herz“

„Die Wissenschaft, die sein Berufsleben leitete, wurde herabgesetzt und im Stich gelassen von so vielen Menschen, die von seinem Wissen abhängig waren, um für ihre Tiere zu sorgen und Lebensmittel zu erzeugen“, heißt es in dem Nachruf, der offenbar von vielen als eine Kritik an der vom abgewählten Präsidenten Donald Trump betriebenen Corona-Politik verstanden wurde.

Farr äußerte sich zu dem großen Echo auf den Nachruf auf Facebook. „Nun, sein Tod war politisch“, erwiderte er auf Vorwürfe, er habe den Nachruf auf seinen Vater politisiert. „Er ist in Isolation mit einer ansteckenden Krankheit gestorben, die eine nationale Krise ausgelöst hat. Anderes vorzugeben oder es zu verschleiern ist auch eine politische Entscheidung.“

Vor allem zeigte er sich aber dankbar für die große Resonanz auf den Nachruf. „Dass er so viele Menschen angesprochen hat, wärmt mir mein Herz“, schrieb er. „Oft, wenn wir Verlust, Schmerz oder Traumen erfahren, fühlen wir uns einsam. Und es ist so eine unglaubliche Kraft, zu erfahren, dass man nicht allein ist, dass auch jemand anderes (Bescheid) weiß.“

RND/AP

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