Nach Unfall mit fünf Toten: Prozess gegen jungen Autofahrer

  • Bei einem schweren Frontalzusammenstoß in der Nähe von Aachen sind kurz vor Weihnachten 2018 fünf Menschen gestorben.
  • Der junge Autofahrer steht nun vor Gericht.
  • Grund für den Unfall soll ein illegales Autorennen gewesen sein.
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Aachen. Mehr als ein Jahr nach einem schweren Frontalzusammenstoß in Stolberg bei Aachen mit fünf Toten beginnt am Freitag der Prozess gegen einen jungen Autofahrer. Dem zur Tatzeit 20 Jahre alten Angeklagten wird fahrlässige Tötung, gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr und verbotenes Autorennen vorgeworfen, wie eine Sprecherin des Aachener Amtsgerichts am Mittwoch sagte. Sie gab keine weiteren Details aus der Anklage bekannt. Zuvor hatte die "Aachener Zeitung" über den Prozessbeginn berichtet.

Die Polizei war nach damaligen Angaben davon ausgegangen, dass der Angeklagte in jener Nacht im Dezember 2018 deutlich schneller als zulässig auf der Landstraße zwischen Stolberg und Aachen unterwegs war. An einem Blitzer habe er einen Schlenker auf die Gegenspur gemacht - offenbar, um den Kontakt der Radaranlage zu umfahren. Genau zu dem Zeitpunkt sei eine 44 Jahre alten Mutter mit ihren Kindern im Auto entgegengekommen.

Unfallopfer starben kurz vor Weihnachten

Bei dem Unfall kurz vor Weihnachten starben die Mutter und ihre beiden 16 und 17 Jahre alten Kinder sowie eine 21-Jährige und später ein 22-Jähriger, die in dem Auto des Angeklagten gesessen hatten.

Die Polizei hatte nach damaligen Angaben keinen Beweis für ein illegales Autorennen mit einem weiteren Wagen gefunden. Dem Gesetz nach ist aber auch ein sogenanntes Alleinrennen illegal.

Haftstrafe von bis zu fünf Jahren

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Angesichts des Alters des Angeklagten werde vor der Anklageverlesung entschieden, ob öffentlich verhandelt wird, sagte die Gerichtssprecherin. Bei Anwendung des Jugendstrafrechts könne in dem Fall eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren verhängt werden.

Für das Verfahren sind bis zum 12. Februar fünf Verhandlungstage geplant, dazu sind 23 Zeugen geladen. Die sechs Nebenkläger sind den Angaben nach Verwandte der Todesopfer.

RND/dpa

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