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„In ihrer Amtszeit passiert“

Inder fordern Diamanten zurück – Historiker sieht Mitverantwortung der Queen bei kolonialen Verbrechen

London, 2015: Queen Elizabeth II. von Großbritannien in der königlichen Staatskarosse.

London, 2015: Queen Elizabeth II. von Großbritannien in der königlichen Staatskarosse.

Berlin, Hamburg. Der Hamburger Historiker Jürgen Zimmerer wirft der britischen Königsfamilie vor, auch persönlich vom Kolonialismus profitiert zu haben. Da gehe es um Werte von Millionen Euro aus Ausbeutung, sagte der Experte für Kolonialgeschichte dem „Tagesspiegel“. So sei „seit Jahrzehnten bekannt, dass in den Kronjuwelen Edelsteine aus kolonialen Raubzügen verarbeitet sind“. Ehemalige Kolonien forderten sie seit Jahren zurück, so wie sie auch Beutestücke aus Museen zurückforderten, sagte der Historiker.

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„Berg des Lichts“ soll zurück nach Indien

Kurz nach dem Tod der Queen forderten beispielweise viele Inderinnen und Inder in den sozialen Medien die Rückkehr des wertvollen Kohinoor-Diamanten („Berg des Lichts“), der in der Königinnen-Krone verarbeitet wurde, zurück in seine indische Heimat. Der Diamant wurde vor mehreren Hundert Jahren in Indien entdeckt. Die Krone mit dem Diamanten wird im Tower of London hinter Panzerglas aufbewahrt.

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Der Professor am Arbeitsbereich Globalgeschichte der Universität Hamburg warf der verstorbenen Königin Elizabeth II. vor, sie habe sich auch später „nie kritisch zum britischen Kolonialismus geäußert“. „Ich habe den Verdacht, dass sie deshalb so beliebt war, weil sie nie jemandem auf die Füße getreten ist“, sagte Zimmerer.

Verbrechen „in ihrer Amtszeit passiert“

Vor allem in Malaysia, Kenia und Ägypten habe die britische Herrschaft koloniale Verbrechen begangen, sagte er. In der britischen Kolonie Malaysia habe die britische Armee Kriegsverbrechen begangen. In Kenia sei sie brutal gegen die Widerstandsbewegung der Mau-Mau vorgegangen, habe deren Mitglieder und Familien in Konzentrationslager gesperrt und gefoltert: „Das alles ist in ihrer Amtszeit passiert.“ Die Königin sei „entscheidend mitverantwortlich für die britische Politik“ gewesen.

Queen Elizabeth II. war am Donnerstag im Alter von 96 Jahren auf ihrem Landsitz Balmoral in Schottland gestorben.

„God Save the King“: Charles III. offiziell zum König ernannt

Mit dem Tod seiner Mutter Elizabeth am vergangenen Donnerstag war die Königswürde auf Charles, die Nummer eins der Thronfolge, übergegangen.

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Sie war 1952 ihrem Vater auf dem britischen Thron gefolgt und die am längsten regierende Monarchin in der Geschichte Großbritanniens.

RND/epd/dpa

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