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Nach Thüringer Bratwurstaktion: Schleswig-Holstein diskutiert über Impfanreize wie Matjes oder Bier

  • Um die Impfkampagne weiter voranzubringen, wird in Schleswig-Holstein über Impfanreize diskutiert.
  • Beim „Bratwurstimpfen“ im thüringischen Sonneberg konnten rund dreimal so viele Menschen geimpft werden wie an anderen Tagen.
  • In dem Nordbundesland sind nun etwa Matjes oder ein Bier im Gespräch.
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Lübeck. Nachdem zuletzt die Thüringer Gemeinde Sonneberg mit dem „Bratwurstimpfen“ für Schlagzeilen sorgte, wobei die frisch Geimpften eine kostenlose Rostbratwurst erhielten, meldete die Kassenärztliche Vereinigung den Erfolg der Aktion: 430 Menschen hätten das Angebot in Anspruch genommen. An normalen Tagen wären nur nur rund 140 Menschen im Impfzentrum Sonneberg geimpft worden. Die Aktion war also ein voller Erfolg und soll am 27. August wiederholt werden.

Der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärztebundes, Ulrich Weigeldt, zeigt sich gegenüber den „Lübecker Nachrichten“ (LN) begeistert davon: „Solche pfiffigen Ideen wie eine Bratwurst bringen wieder mehr Leichtigkeit in die Impfkampagne, davon können wir noch mehr gebrauchen.” Auch Finanzminister und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz zeigte sich am Sonntag auf Twitter mit der Aktion zufrieden. Zu einem Foto von sich mit Bratwurst in der Hand schreibt er: „Wir müssen die Impfung jetzt an die Leute bringen und so viele Bürgerinnen und Bürger wie möglich davon überzeugen, sich impfen zu lassen. Lebensnahe Angebote gehören dazu.”

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„Ein Matjes in Glückstadt, ein Bier in Flensburg”: Schleswig-Holstein diskutiert über Impfanreize

Während in Sonneberg bereits die nächste Aktion geplant wird, diskutiert die Landespolitik in Schleswig-Holstein über weitere Anreize. Jan Lindenau (SPD), Bürgermeister Lübecks, findet laut „LN”, dass es „entscheidend ist, dass die Impfangebote den Menschen dort gemacht werden, wo sich Menschen ohnehin aufhalten: beim Einkaufen, bei der Freizeitgestaltung oder im Wohnumfeld”.

Auch die Grünen im Landtag sprechen sich für Impfanreize aus: „Jetzt sind kreative Ideen gefragt. Ein Matjes in Glückstadt, ein Bier in Flensburg, eine Eintrittskarte in Tolk oder Sierksdorf – als Beispiele”, sagt die gesundheitspolitische Sprecherin Marret Bohn den „LN”.

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Einigkeit im Landtag: Impfanreize müssten dort geboten werden, wo sich die Menschen ohnehin aufhalten

Auch SPD, FDP und CDU stimmen dem Bericht zufolge darin überein, dass es weitere Anreize geben sollte. Alle Fraktionen sind sich darin einig, dass vor allem die zielgruppengerechte Ansprache und ein möglichst niedrigschwelliges Impfangebot am wichtigsten seien, um viele Menschen von der Impfung zu überzeugen. „Nicht alle, die sich bislang noch nicht haben impfen lassen, sind Impfskeptiker, sondern oft spielen beispielsweise zeitliche Probleme oder Bequemlichkeit eine Rolle”, gibt der gesundheitspolitische Sprecher der Fraktion, Dennys Bornhöft, im Gespräch mit den „Lübecker Nachrichten” zu bedenken.

RND/krt

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