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Nach mutmaßlichem Rennen in Berlin: Polizei fahndet nach Unfallfahrer

  • War es ein Autorennen, bei dem zwei unbeteiligte Frauen auf dem Ku’damm schwer verletzt wurden?
  • Die Ermittler suchen nach dem Fahrer eines Mietwagens.
  • Der Bezirksbürgermeister fordert Konsequenzen.
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Berlin. Nach dem schweren Autounfall auf dem Berliner Kurfürstendamm fahndet die Polizei weiter nach dem Fahrer. Laut Zeugenaussagen soll er sich ein Rennen geliefert und dabei am Montagabend einen Kleinwagen gerammt haben. Eine 45-Jährige wurde lebensgefährlich, ihre 17-jährige Tochter schwer verletzt.

Der Fahrer flüchtete zu Fuß. "Wir suchen nach einer, möglicherweise auch mehreren Personen", sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Der Fahrer war in einem Mietwagen unterwegs, was die Fahndung erschwert. Man müsse schauen, wer den BMW gemietet und schließlich gefahren habe. "Das muss jetzt ermittelt werden."

Die Polizei setzt auch auf Zeugen. Vier Hinweise waren bis Mittwochvormittag eingegangen. Bei dem Zusammenstoß war die 45-jährige Fahrerin des Kleinwagens lebensgefährlich verletzt worden, ihre Tochter erlitt schwere Verletzungen. Insgesamt wurden bei dem Unfall acht Autos beschädigt.

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“Wie Hase und Igel”

Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann (SPD) forderte Unterstützung vom Senat, etwa moderne Blitzer auf der Strecke. "Ich glaube, wir brauchen diesen Schritt als nächsten Schritt. Denn die Bürgerinnen und Bürger erwarten mit Recht, dass der Staat hier handelt", sagte er am Mittwoch im rbb-Inforadio und appellierte an Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne).

Er räumte auch ein, dass sich das Problem damit verlagern könnte. Es kämen auch Hinweise aus Kreuzberg, Steglitz und anderen Bezirken. Wenn der Ku'damm entsprechend abgesichert sei, würden die Kriminellen ausweichen, sagte der Bürgermeister von Charlottenburg-Wilmersdorf. Das sei ein bisschen "wie Hase und Igel".

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Die weitergehende Frage sei deswegen, was die Ursachen dafür seien, dass Raser ihnen immer wieder solche Situationen bescherten und arglose Menschen schwer verletzten. "Jeder einzelne Unfall ist einer zu viel", sagte Naumann.

Immer wieder spontane Rennen

Auch in Berlin-Friedrichshain war es zum Wochenanfang zu einem Unfall gekommen, bei dem die Ermittler den Verdacht haben, es könnte sich um ein Rennen gehandelt haben. Drei Motorradfahrer sollen an einer roten Ampel mit dem Gas gespielt und bei Grün stark beschleunigt haben.

Ein 26-Jähriger verlor dabei laut Polizeibericht die Kontrolle über seine Maschine und fuhr gegen einen Laternenmast. Das Motorrad sei mehrere Meter über einen Radweg gerutscht. Der Mann wurde in eine Klinik gebracht und eine Radfahrerin erlitt einen Schock.

Immer wieder kommt es in Berlin zu spontanen Rennen. Ein tödlicher Unfall aus dem Jahr 2016 beschäftigte jahrelang die höchsten deutschen Gerichte. Polizei und Staatsanwälte stellen fest, dass die Raser meist Männer sind. Viele sind gerne in geleasten oder gemieteten Autos mit hohen PS-Zahlen unterwegs - auch um sich vor Zugriffen der Ermittler auf illegal erworbenes Vermögen zu schützen.

RND/dpa

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