• Startseite
  • Panorama
  • Verurteilter Doppelmörder: Jens Söring kommt zurück nach Deutschland

Verurteilter Doppelmörder: Jens Söring kommt zurück nach Deutschland

  • Wegen Doppelmordes wurde der Deutsche Jens Söring in den USA zu lebenslanger Haft verurteilt.
  • Nach mehr als 30 Jahren Haft wurde Söring kürzlich begnadigt.
  • Medienberichten zufolge kehrt der 53-Jährige am Dienstag zurück nach Deutschland.
Anzeige
Anzeige

Nach mehr als 33 Jahren in einem amerikanischen Gefängnis wird Doppelmörder Jens Söring aus der Abschiebehaft entlassen. Laut „Spiegel“-Informationen wird der 53-Jährige am Dienstag nach Deutschland abgeschoben. Das zuständige Gremium im US-Bundesstaat Virginia hatte im November darüber entschieden. Den deutschen Behörden sei mitgeteilt worden, dass Söring am Montagabend die USA mit einem Linienflug nach Frankfurt am Main verlassen werde – in die USA einreisen darf er nie wieder.

Der Prozess um Jens Söring und seine anschließende Verurteilung gilt als einer der spektakulärsten Fälle in der amerikanischen Justizgeschichte. Im Jahr 1985 soll er die Eltern seiner früheren Freundin Elizabeth Haysom mit einem Messer brutal getötet haben. Söring flüchtete mit seiner Freundin aus den USA und wurde am 30. April 1986 in London wegen Scheckbetrugs festgenommen. Zunächst gestand das junge Paar den Mord, später jedoch zogen sie ihre Aussagen wieder zurück. Der Sohn eines deutschen Diplomaten, der sich damals mit einem Studienstipendium für Hochbegabte in Amerika aufhielt, bestreitet die Tat bis heute. Elizabeth Haysom wurde ebenfalls verurteilt: zweimal zu 45 Jahren Haft wegen Anstiftung zum Mord.

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

Söring beteuerte immer wieder seine Unschuld

2016 hat der Dokumentarfilm „Das Versprechen“ den komplizierten und letztlich tragischen Fall rekonstruiert. Der Film hatte Söring als hochintelligenten deutschen Diplomatensohn dargestellt, seine Freundin Haysom als Tochter eines reichen Unternehmers aus der Stahlindustrie, offensichtlich bisexuell, möglicherweise Opfer sexuellen Missbrauchs durch ihre Mutter. Auch in dem Film hatte Söring immer wieder seine Unschuld beteuert. Er habe den Mord für seine geliebte Freundin auf sich genommen, hatte er den Dokumentarfilmern gesagt. „Ich dachte, ich sei ein Held.“

RND/liz

“Staat, Sex, Amen”
Der neue Gesellschaftspodcast mit Imre Grimm und Kristian Teetz
  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen