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Nach Häme und Hass: Waliser sammelt Geld für weinendes deutsches Fußballmädchen

  • Das ursprüngliche Spendenziel ist längst übertroffen: Ein Mann aus Wales sammelt Geld für das traurige deutsche Mädchen, das nach dem EM-Aus der Deutschen von britischen Fußballfans in den sozialen Medien bitter verhöhnt wurde.
  • Knapp 24.000 Pfund sind bereits gesammelt worden.
  • Damit ist das ursprüngliche Spendenziel von 500 Pfund längst übertroffen.
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Als Deutschland im Londoner Wembley-Stadion verliert, weint ein kleines Mädchen bitterlich. Es kann offenbar trotz des ernüchternd ideenlosen letzten Spiels der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der EM nicht anders. Die Fernsehkameras fangen das traurigste Bild des Tages auf, und – kaum zu glauben – schon im Stadion jubelten angesichts der „Feindestränen“ viele Fans des siegreichen englischen Teams.

Welle des Hasses löst Gegenwelle aus

In den sozialen Netzwerken folgten dann erst recht unaussprechliche und unsozialen Rohheiten – demütigende, verletzende Worte, die an dieser Stelle nicht wiederholt werden sollen. Menschen gibt es, deren schäbige Haltung würde man sich ohne diese Plattformen nicht im Traum vorstellen können. Und so schwappte gegen die Welle von Spott, Häme und Hass auch die Gegenwelle des Guten, Ehrenvollen und Beschützenden.

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Viele englische Twitter-User schämten sich für ihre Landsleute. Stan Collymore, ehemaliger englischer Nationalspieler, äußerte sein Unverständnis, sich über ein trauriges Mädchen lustig zu machen. „Nur ein von schwerer Krankheit befallenes Land kann so etwas tun“, twitterte er. „Es sind Väter, die das an ihre Söhne weiterreichen, die es von ihren Vätern bekommen haben“, schrieb Collymore weiter und bezog sich auf eine Bezeichnung des Mädchens als „Nazi“. „Kein normales Land denkt 75 Jahre später noch so.“ Und dann wiederholt er fassungslos: „Eine schwere Krankheit.“ Fußballheld Gary Lineker wiederum sandte den Tweet: „Absolut widerlich, abscheuliche Fremdenfeindlichkeit.“

Klipp und klar gegen die Grobiane wandte sich auch Alastair Campbell, der einstige Pressesprecher von Tony Blair. Er schwang auf Twitter die Verbalkeule: „Twitter wird soeben von erwachsenen Männern überflutet, die sich auf das Bild eines jungen deutschen Mädchens, das weint, einen *****, nachdem sie zuvor die deutsche Hymne ausgebuht haben. Schämt euch!“ Campbell endete mit „Gnade im Sieg ist Stärke.“

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Joel Hughes aus South Wales sammelt sogar Geld für das Mädchen – dafür hat er eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. Das eigentliche Spendenziel von 500 Pfund ist längst übertroffen – aktuell steht das Spendenkonto bei knappt 24.000 Pfund, das sind fast 28.000 Euro. In einem Update auf der Spendenseite zeigt sich der 51-Jährige überwältigt von der Unterstützung. Das Motto der Aktion: „Wir wollen zeigen, dass nicht jeder Mensch in Großbritannien schrecklich ist.“

RND/big/liz

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