Nach fast 40 Jahren: Fall Ursula Herrmann erneut vor Gericht

  • 1981 wurde die zehnjährige Ursula Hermann am Ammersee entführt und getötet.
  • Nun kommt der Fall erneut vor Gericht.
  • Es handelt sich um einen Zivilprozess über das Schmerzensgeld, das der Bruder des Opfers von dem rechtskräftig verurteilten Entführer verlangt.
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Augsburg. Die Entführung und der Tod der zehnjährigen Ursula Herrmann 1981 am Ammersee sind einmal mehr Gegenstand eines Gerichtsverfahrens. Das Oberlandesgericht München (OLG) will am Dienstag über das Schmerzensgeld verhandeln, das Ursulas Bruder von dem rechtskräftig verurteilten Entführer verlangt.

Im Jahr 2018 hatte das Landgericht Augsburg dem Bruder 7000 Euro zugesprochen. Beide Seiten haben Berufung eingelegt. In dem Verfahren sollen nun vor dem ebenfalls in Augsburg sitzenden OLG-Zivilsenat Rechtsfragen erörtert werden.

Bruder des Opfers will Klarheit über die wahren Täter

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Der Fall Herrmann gehört zu den bekanntesten Strafverfahren in der Geschichte der Bundesrepublik. Die Zehnjährige war damals am Ammersee in einer Kiste vergraben worden und erstickte darin. Erst im Jahr 2010, fast drei Jahrzehnte später, war der mutmaßliche Kidnapper in Augsburg zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Er bestreitet das Verbrechen bis heute, viele Beobachter haben Zweifel an der Korrektheit des Schuldspruchs.

Auch Bruder Michael Herrmann hatte mehrfach erklärt, er gehe davon aus, dass die wahren Täter noch frei seien. Mit dem Zivilprozess über das Schmerzensgeld wollte er auch Klarheit über die wahren Täter schaffen.

RND/dpa

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