Nach Entführung gerettet: Polizistin stillt hungriges Baby

  • Eine Frau in Kolumbien erschleicht sich das Vertrauen einer jungen Mutter und entführt ihr Baby.
  • Einsatzkräfte können das Neugeborene retten, eine Polizistin kümmert sich anschließend besonders liebevoll um den Säugling.
  • Die Frau, die selbst erst vor wenigen Monaten Mutter geworden war, stillt das hungrige Baby.
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Für die Polizistin Heidy Jaramillo Vega (35) aus Kolumbien war es ein Akt der Hilfsbereitschaft: Die 35-Jährige stillte ein acht Tage altes Baby, das Einsatzkräfte zuvor aus der Hand einer Entführerin befreit hatten. Die missliche Lage des Kindes habe ihr “Herz gebrochen”, zitiert die britische Zeitung “Mirror” die Polizistin. Das Baby wurde am Sonntag gerettet und Jaramillo Vega bekam den Auftrag, sich um das kleine Kind zu kümmern, bis sie es an seine Eltern zurückgeben konnte, schreibt der “Mirror”. Die Polizistin tat es mit ihrer ganzen Liebe – und ihrer Muttermilch.

Das Kind wurde in der nordkolumbianischen Stadt Cartagena de Indias von einer Frau entführt, die laut Polizei ein eigenes Baby haben wollte. Die Frau hatte sich am Samstag zum ersten Mal an die Eltern gewandt und ihnen Lebensmittel und Babyprodukte für ihre neugeborene Tochter angeboten, wie der “Mirror” schreibt. Am nächsten Tag sei sie wieder auf sie zugekommen und habe ihnen Kleidung und Spielzeug für das Baby angeboten. Nachdem sie kurz mit dem kleinen Kind betraut worden war, sei sie laut Polizei mit einem Motorrad in ein Dorf außerhalb von Cartagena geflohen.

Baby akzeptierte die Fütterung “mit Vergnügen”

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Die Entführerin konnte dem Bericht zufolge mittels Videoüberwachung identifiziert werden. Die Ermittler durchsuchten demnach noch am Tag der Entführung ihr Haus und fanden das Baby. Die Frau wurde verhaftet und wegen Entführung angeklagt. “Sie hatte ihren Familienmitgliedern und ihrem Ehemann zuvor gesagt, dass sie schwanger sei, damit es natürlich erscheint, dass sie plötzlich ein Baby zur Welt bringen würde”, zitiert der “Mirror” Polizeichef Antonio Parra Jaimes.

Nach der Rettung des kleinen Kindes kümmerte sich die Taskforce für Kinder und Jugendliche um das Baby. Die Polizistin Vega nahm sich dem Neugeborenen an und stillte es auf dem Weg vom Dorf Rotinet nach Cartagena, wo sie es den wartenden Eltern zurückgab. Das Baby hätte die Fütterung durch die Polizistin “mit Vergnügen akzeptiert”, so Polizeichef Jaimes.

Nach Rückgabe an die Eltern umgab Polizistin Gefühl der Leere

Vegas Gefühlswelt, die selbst eine sechs Monate alte Tochter hat, sei durch das Erlebnis komplett durcheinandergeraten. “Ich stellte mir den traurigen Blick des Mädchens und seine Verzweiflung vor, losgelöst von der Wärme seiner Mutter, die es so vermisst. Ich dachte mir zudem, dass es sehr hungrig sein musste”, zitiert der “Mirror” Vega.

Als sie das Kind den Eltern übergab und sich von der Familie verabschiedete, habe sie ein Gefühl der Leere umgeben. “Aber dann dachte ich an den glücklichen Gesichtsausdruck der Mutter, als ich ihr das Baby zurückgab. Ich empfand eine große Befriedigung, war stolz auf meinen Job und darauf, das tun zu können, was ich getan habe”, so Vega.

RND/ak






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