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Nach Ende der Lockdowns: Immer mehr Halter geben ihre Tiere wieder ab

  • Die Tierheime in Deutschland nehmen seit dem Ende der Lockdowns wieder mehr Tiere auf.
  • Denn viele Menschen, die sich zu Beginn der Pandemie ein Haustier angeschafft haben, geben dieses nun zurück.
  • Noch sei die Lage aber nicht katastrophal, sagt der Deutsche Tierschutzbund.
Inga Schönfeldt
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Zahlreiche Deutsche, die sich während der Lockdowns im vergangenem und in diesem Jahr ein Haustier angeschafft haben, wollen ihre neuen Hunde, Katzen und Kleintiere nun wieder loswerden. Bundesweit registrieren die Tierheime seit dem Ende des letzten Lockdowns im Frühjahr dieses Jahres einen Anstieg bei den Abgaben der Vierbeiner. Laut dem Deutschen Tierschutzbund sind neben Hunden, die in den letzten ein bis zwei Jahren als Welpe angeschafft wurden, vor allem auch Kleintiere betroffen. Die Rücklaufquote von vermittelten Tierheimtieren sei dagegen aufgrund der intensiven Vermittlungsgespräche der Tierheime vor dem Verkauf minimal.

Halter informieren sich nicht ausgiebig genug

Als Gründe nennt der Verband Überforderung, die Unvereinbarkeit von Tier und Alltag oder die Tatsache, dass das Tier nicht so „funktioniert“ wie erwartet. „Viele haben sich im Vorhinein eventuell nicht ausreichend informiert und mehr darauf geachtet, dass das Tier süß aussieht, statt darauf, dass es wirklich passt. Ein Haustier ist ein Lebewesen und kostet auch Zeit, Geld und Mühe. Das wird leider oft vergessen“, sagte eine Sprecherin des Deutschen Tierschutzbundes dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

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Die Anzahl der Haustiere hatte laut Zahlen vom Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) und dem Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) von 2019 zu 2020 um insgesamt eine Million Tiere zugenommen. Im vergangenen Jahr lebten 34,9 Millionen Tiere in deutschen Haushalten. Katze stellten den größten Anteil mit 15,7 Millionen Exemplaren. Daneben gibt es 10,7 Millionen Hunde.

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Große Rückgabewelle ist ausgeblieben

Der Verband betont jedoch, dass die ganz große Rückgabewelle noch ausgeblieben sei. „Möglicherweise liegt das auch daran, dass die Corona-Krise nicht von einem Tag auf den anderen beendet war beziehungsweise ist und die sogenannte Normalität zurückkehrt, sondern das Ganze ein andauernder Prozess ist. Nach wie vor arbeiten viele zumindest zeitweise weiter im Homeoffice, der Urlaub beschränkt sich nach wie vor oft auf Deutschland oder europäische Nachbarländer, sodass sich dies gegebenenfalls besser mit einem Tier vereinbaren lässt“, sagt die Sprecherin.

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Das Phänomen der Tierrückgaben sei laut dem Tierschutzbund nicht regional begrenzt. In ganz Deutschland würden Tierheime von vielen Anrufen von Tierhaltern berichten, die ihre vor allem während der Corona-Pandemie angeschafften Hunde wieder abgeben wollen. Den Tierschutzverein Kinzig-Main in Hessen etwa habe viermal so viele Anfragen wie sonst erreicht. Der Tierschutzverein Brandenburg an der Havel sprach ebenfalls von einem enormen Anstieg, gab aber an, dass die Pandemie von den Tierhaltern nicht als Grund für die Abgabe offen kommuniziert werde. Vergangene Woche hatte die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ zudem über eine steigende Zahl von Hunden in Tierheimen in der Region Hannover berichtet.

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Einige Tierheime nehmen keine Tiere mehr auf

Bereits im Sommer hatten erste Tierheime etwa in Kiel, Bremen, Salzgitter und Lübbecke sogar einen generellen Aufnahmestopp verkündet. Daneben würden die Tierheime auch eine Zunahme von ausgesetzten Kleintiere wie Kaninchen, Frettchen und Ratten bemerken.

Aufgrund der extrem hohen Nachfrage vor allem nach Hunden während der Corona-Pandemie habe zudem der illegale Welpenhandel extrem zugenommen. Denn Züchterinnen und Züchter konnten die Vielzahl der Anfragen nicht bewältigen. Viele Menschen bestellten deswegen einen Welpen im Internet. Nach Auswertung des Deutschen Tierschutzbundes waren 2020 insgesamt 1054 Hunde vom illegalen Handel betroffen – eine Verdreifachung im Vergleich zu 2019. Auch die Bilanz für das erste Halbjahr 2021 sieht ähnlich aus: bereits 1307 Tiere seien illegal gehandelt worden, die große Mehrheit davon seien Hundewelpen.

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