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Nach dem Schnee: Autofahrer kämpfen mit Schlaglöchern auf Deutschlands Straßen

  • Der Winter ist zwar nicht mehr fühlbar, doch er bleibt sichtbar.
  • Durch den tagelangen Frost und die Temperaturschwankungen im Februar sind auf Deutschlands Straßen zahlreiche Schlaglöcher entstanden.
  • Dort herrscht Sanierungsbedarf, meint der ADAC.
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Hannover. Wer aktuell viel mit dem Auto unterwegs ist, dem ist es wahrscheinlich schon aufgefallen: Der Frost hat dem Asphalt auf Deutschlands Straßen vielerorts zugesetzt. Risse und Schlaglöcher sind das Ergebnis des kalten Februars: Stellenweise, zum Beispiel in Thüringen, traf der Wintereinbruch das Land so hart, dass gleich mehrere Orte die Minus-20-Grad-Marke knacken. „Derzeit beobachten wir tatsächlich, dass es sehr viele Schlaglöcher gibt“, sagt Alexandra Kruse vom Allgemeinen Deutschen Automobil-Club (ADAC). „Weil zuerst der Frost und nun die Temperaturschwankungen extrem waren, sind auch die Auswirkungen auf den Straßen sicherlich größer als im vergangenen Jahr.“

ADAC: Auf Deutschlands Straßen herrscht Sanierungsbedarf

Ein weiterer Grund für die aktuellen Verhältnisse auf den Straßen sei, dass ein großer Sanierungsbedarf besteht und die Verantwortlichen vielerorts auf „Flickschusterei“ setzten. Die Löcher, die im einen Jahr kurzfristig, oberflächlich und kostengünstig gefüllt werden, brächen spätestens im Jahr darauf wieder auf. „Nachhaltig ist das nicht, zur Qualität der Straßen trägt es auch nicht bei und die Verkehrssicherheit leidet immens“, sagt Kruse. Die Unfallgefahr steige vor allem für Fahrrad- und Motorradfahrer, bei Autos käme es eher zu Sachschäden.

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Genaues Ausmaß der Schlaglöcher in Deutschland zeigt sich im Frühling

Allerdings gibt die Expertin auch zu bedenken: Das ganze Ausmaß der Frostlöcher zeigt sich erst im Frühling. Denn bis die Schäden repariert sind, kann es noch dauern. Die Instandhaltung der Straßen liegt in der Verantwortung der jeweiligen Kommunen, bei Bundesstraßen sind die Länder zuständig, bei Autobahnen der Bund. Die haben aufgrund der hohen Anzahl an Mängeln auf den Straßen alle Hände voll zu tun.

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„Bei durchgehend wärmerem und trockenem Wetter sind dann auch erst gründlichere Reparaturen möglich, derzeit wird eher schnell das Nötigste ausgebessert“, sagt Kruse. „Manchmal werden auch nur Warnschilder oder Geschwindigkeitsbeschränkungen aufgestellt.“ Damit entfalle meist schon der Schadensersatzanspruch für Verkehrsteilnehmer – umso wichtiger, jetzt besonders aufmerksam zu fahren und solche Hinweisschilder zu beachten.

Schäden durch Schlaglöcher: Wer zahlt?

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Für Autofahrer bedeutet die Lage auf den Straßen vor allem eins: vorsichtig fahren. Denn je nach Versicherung muss der Schaden im Zweifel selbst bezahlt werden. Laut Auto Club Europa (ACE) übernimmt die Kosten nur eine Vollkaskoversicherung. Und auch mit einem späteren Schadensersatz vom jeweiligen Straßenbauträger sollten Autofahrer nicht zwingend rechnen. Dafür bedarf es einer lückenlosen Dokumentation und des Nachweises, nicht selbst schuld am Schaden zu sein. Generell weist der ACE auf seiner Webseite darauf hin, dass Autofahrer laut Straßenverkehrsordnung ihr Fahrverhalten an die Witterungsbedingungen anpassen müssen. Gibt es Schäden auf der Fahrbahn, müsse also auf jeden Fall die Geschwindigkeit gedrosselt werden.

Klein, aber gefährlich: Wie entstehen Schlaglöcher?

Frostschäden im Straßenbelag sind häufig die Ursache für Schlaglöcher. Denn durch den Frost entstehen zunächst Aufwölbungen, deren Ränder – besonders auf viel befahrenen Straßen – schnell aufbrechen. Wird die Einkerbung anschließend tiefer, bildet sich ein Schlagloch.

Oft verursacht auch Wasser Schäden im Asphalt. Wenn die Straße ohnehin schon in einem schlechten Zustand ist, fließt das Wasser nicht wie gewöhnlich von der Deckschicht ab, sondern dringt in die Schotterschicht unter der Fahrbahndecke ein. Bei Temperaturen unter null Grad gefriert das Wasser und breitet sich dort aus. Die Folge: Die Deckschicht wird zerbrechlich, bröckelt ab und es entsteht ein Schlagloch.

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