Nach 80 Kilo Gewichtsverlust: Ärger mit der Krankenkasse

Innerhalb von zwei Jahren hat Sarah Traber 80 Kilogramm abgenommen. Nun hat sie nicht nur mit den Folgen der starken Gewichtsabnahme, sondern auch mit der Krankenkasse zu kämpfen.

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Lütjenburg. Bei Sarah Traber ging es nicht um die Strandfigur, sondern um eine komplette Veränderung. Die 30-Jährige hat zwischen 2014 und 2016 mehr als 80 Kilo abgenommen. Von etwa 160 Kilo – genau weiß sie es nicht, weil die Waage damals ihr Gewicht nicht genau erfassen konnte – hat sie es auf 80 Kilo geschafft.

Die Haut ist zwar elastisch genug, um sich im Laufe der Jahre auszudehnen, aber wie ein überdehntes Gummiband zieht sie sich bei einer starken Gewichtsabnahme nicht weit genug zurück. Mit verschiedenen Operationen können die überschüssigen Hautfalten entfernt werden.

Gefahr: Pilzinfektionen unter den Hautlappen

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Und das kann für die Gesundheit sehr wichtig sein. Denn unter den Hautlappen, die wie Säcke am Körper hängen, können sich Pilzinfektionen bilden, die Entzündungen hervorrufen können. So wie es bei Traber, die als Personal-Fitnesstrainerin in Lütjenburg (Schleswig-Holstein) arbeitet, momentan der Fall ist: „Es ist wie als hätte ich ein weiteres Paar Brüste auf dem Rücken", sagt sie.

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Sie kann verschiedene Atteste vorweisen, in denen ihr die medizinische Notwendigkeit des Eingriffs bescheinigt wird. Die Krankenkasse hat die Operation des Rückens genehmigt – allerdings nur am Rücken, die Armpartie wird abgelehnt. „Es geht um weitere zehn Zentimeter“, sagt sie frustriert.

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Die Krankenkasse streitet um Zehn Zentimeter

Diese zehn Zentimeter sind jedoch an der Verbindung zwischen Rücken und Armen und daher nicht in der genehmigten Rücken-OP inbegriffen. Traber müsste das aus eigener Tasche zahlen, die Kosten liegen bei 2500 Euro. Dabei ist der Eingriff auch kein leichter Schritt für sie.

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Für die Krankenkassen gilt: Alles was unter normaler Kleidung zu verstecken ist, muss nicht operiert werden. "Momentan trage ich vor allem Umstandskleidung und Jumpsuits – eine normale Hose würde rutschen", erklärt sie. Im November soll erst mal der Rücken von der überschüssigen Haut befreit werden.

Letzter Weg: Klage?

Auch wenn die Krankenkasse bis dahin nicht ihr Einverständnis für die Armpartie gibt, sollen die mit operiert werden. "Zur Not nehme ich einen Kredit auf", sagt Traber. Sie versucht dann das Geld von der Kasse per Klage zurückzubekommen.

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Von RND / Frida Kammerer

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