Mutter und zwei Töchter tot in bayerischem Dorf aufgefunden

  • Die Polizei im oberbayerischen Vogtareuth hat drei Leichen gefunden.
  • Bei den Toten handelt es sich um eine Mutter und ihre zehn- und zwölfjährigen Töchter.
  • Die Polizei geht davon aus, dass die Mutter ihre Kinder und sich selbst erschossen hat.
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Vogtareuth. Es ist eine gepflegte Wohngegend, in den Vorgärten sprießen die ersten Blüten. Doch die Stimmung ist gedrückt an diesem sonnigen Freitagvormittag im oberbayerischen 3000-Seelen-Ort Vogtareuth. Am frühen Morgen haben Polizeibeamte in einer Doppelhaushälfte drei Leichen gefunden, eine Mutter und ihre beiden Töchter. Nach den ersten Ermittlungen vermuten die Beamten, dass die 36 Jahre alte Bundespolizistin ihre beiden zehn- und zwölfjährigen Töchter erschoss und sich dann selbst tötete.

"Wir gehen von einer Familientragödie aus", sagt ein Polizeisprecher. Ob die Frau, die nach dpa-Informationen bei der Bundespolizei in Rosenheim tätig war, ihre Dienstwaffe für die Tat benutzte, ließen die Ermittler offen. Der Vater, der ebenfalls bei der Bundespolizei beschäftigt sein soll, wurde nach der Tat betreut.

Anwohner hörten in der Nacht unübliche Geräusche

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Ihr kleiner Enkel sei im Haus und weine, sagt eine Anwohnerin. Noch bis vor kurzem, bevor wegen der Corona-Krise Kontaktverbot herrschte, habe er mit den beiden Mädchen gespielt, auf dem Trampolin im Garten herumgetollt. Nun sind seine beiden Spielgefährtinnen tot.

"Es ist schwer zu verkraften", sagt eine andere Nachbarin. "Das Leid ist nicht auszudenken." Ihr 14-jähriger Sohn habe in der Nacht Geräusche gehört. Er habe sich gesorgt, dass Einbrecher sein neues, mühsam erspartes Mountainbike stehlen könnten, die Geräusche dann aber einem vorbeifahrenden Traktor zugeschrieben.

Die Polizei ermittelt nun, was sich im Haus abspielte

Polizei und Rettungsdienst waren am frühen Morgen gegen 4.40 Uhr von einer Person aus dem Haus alarmiert worden. Wer anrief, ließ die Polizei unter Verweis auf die laufenden Ermittlungen offen.

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Was sich in der Nacht in dem Haus abspielte, ist für alle ein Rätsel. "Ich habe die Kinder gestern noch auf der Straße gesehen", sagt der Arzt Ernst Trinkl, der ein paar Häuser weiter wohnt. Gehört habe er nichts.

Am Freitagmittag ziehen Helfer an der Straße einen Sichtschutz hoch. Es sind Vorbereitungen für den Abtransport der Toten vom Tatort, gegen 13.30 Uhr fahren die schwarzen Wagen des Beerdigungsinstituts weg. Noch läuft die Spurensicherung der Kripo. Mit dabei sind Gutachter des Bayerischen Landeskriminalamtes und des Instituts für Rechtsmedizin in München.

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Die Familie lebte seit ungefähr zehn Jahren im Dorf

Die Familie habe zurückgezogen gelebt, sagen Nachbarn. Es habe nicht viel Kontakt gegeben. "Wir haben uns gegrüßt", sagt eine direkte Nachbarin. Das Paar sei vor ungefähr zehn oder elf Jahren eingezogen, habe alles schön hergerichtet, neue Fenster eingebaut.

Gegen Mittag kommt der Bürgermeister der Ortes, Rudolf Leitmannstetter (parteilos), zum Tatort. Auch er ist geschockt. In der Ortschaft kenne jeder jeden, hat er zuvor in einer ersten Reaktion gesagt. "Das muss man erst mal setzen lassen."

RND/dpa

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