Mutter und Tochter erschossen: Ex-Freund stellt sich der Polizei

  • Zwei Frauen werden in Österreich durch Schüsse getötet.
  • Wenige Stunden nach der Tat stellt sich ein 51-Jähriger bei der Polizei.
  • Es handelt sich bei den Getöteten um die Ex-Freundin des Mannes und deren Mutter.
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Wals-Siezenheim. Eine Woche nach dem gewaltsamen Tod einer 35-Jährigen in Wien sind in Österreich erneut zwei Frauen erschossen worden. Ein 51-jähriger Mann soll seine Ex-Freundin und deren Mutter getötet haben. Die Frauen im Alter von 50 und 76 Jahren seien durch eine noch unbestimmte Anzahl von Schüssen ums Leben gekommen, berichtete die Polizei am Donnerstag. Der mit zwei Faustfeuerwaffen bewaffnete Ex-Freund stellte sich Stunden später nach einer Fahndung, in die auch die bayerische Polizei eingeschaltet war, einem Spezialkommando.

Mit dem Fall steigt die Zahl der Frauen, die in diesem Jahr in Österreich vor allem durch Partner und Ex-Partner getötet wurden, auf elf. Kanzler Sebastian Kurz zeigte sich betroffen. „Jede Frau muss in Österreich sicher leben können. Gewalt an Frauen hat keinen Platz in unserer Gesellschaft“, schrieb der Regierungschef auf Twitter. Erst jüngst hatten Gewaltschutzorganisationen 228 Millionen Euro und 3000 zusätzliche Stellen im Opferschutz gefordert. Der Verein Österreichische Autonome Frauenhäuser verlangt unter anderem Personenschutz für Frauen in Hochrisikosituationen. Im mehrjährigen Vergleich passieren in Österreich - unter Berücksichtigung der Zahl der Einwohner - mehr Frauenmorde als in Deutschland.

Nach Angaben der Behörden hatte es vor der Tat im Einfamilienhaus der beiden Frauen in Wals-Siezenheim bei Salzburg einen Streit mit dem 51-Jährigen gegeben. Nachbarn hörten den Lärm sowie die Schüsse und verständigten die Polizei. Die alarmierten Beamten entdeckten die beiden Toten im Eingangsbereich des Hauses. Der Verdächtige nahm kurz darauf über Notruf selbst Kontakt zur Polizei auf und drohte mit einem Suizid. Er wurde schließlich am Wolfgangsee festgenommen. Das Motiv des Streits war zunächst unklar.

Laut Kriminalstatistik wurden in Österreich im vergangenen Jahr rund 11.600 Betretungs- und Annäherungsverbote ausgesprochen. Die Gewaltschutzorganisationen dringen auf eine Regierungskampagne gegen Gewalt in der Familie, die sich auch gegen frauenverachtendes Verhalten zu richten habe. Die Beratungsstellen für Frauen und Mädchen in Not müssten dringend ausgebaut werden.

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(0800) 111 0 111 (ev.)

(0800) 111 0 222 (rk.)

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RND/dpa

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