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Mutter macht Feierabend von ihren Kindern: Abends sind sie auf sich gestellt

  • Dass Eltern sein ein Fulltime-Job ist, will eine australische Mutter widerlegen.
  • Sie lässt ihre sechs Kinder im Alter von drei bis zwölf Jahren abends einfach auf sich allein gestellt zurück.
  • Statt sich um sie zu kümmern, beschäftigt sie sich mit ihren eigenen Angelegenheiten.
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Eltern sein ist ein Vollzeitjob. Zumindest für die meisten: Eine australische Mutter namens Constance Hall macht jeden Tag einfach um 19.30 Uhr Feierabend von ihren Kindern, wie sie auf ihrem Blog "Mamamia" berichtet. Die Sechsfachmama mit Kindern im Alter von drei bis zwölf Jahren schreibt dort unter anderem: „Ich checke gegen 19.30 Uhr aus. Alles, was sie dann brauchen, entspricht keinem Notfall, also können sie es selbst erledigen. Ich sag dann: Ich bin nicht deine Mutter. Ich bin nicht hier: Ich bin nicht dein Sklave, ich bin nur eine Frau, die vor einer Stunde noch deinen Po abgewischt hat und jetzt Wein trinkt und mit ihrer Schwester telefoniert.“

Schockierende Worte für viele Eltern – sie finden es unglaublich, dass Hall ihre Kinder einfach abends allein lässt. Auch Kinderpsychologin Jana Miethwenz kann dieses Verfahren im Interview mit RTL nicht gutheißen: „Die lernen zwar auf der einen Seite, sich um sich zu kümmern, sind aber auf der anderen Seite emotional oft unterversorgt. Also dass sie wissen: Es gibt Zeitpunkte, da sind meine Bedürfnisse und Anliegen nicht wichtig.“

Auszeiten für Eltern wichtig - aber nicht, wenn die Kinder dabei sind

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Auch sie finde Auszeiten für Eltern natürlich wichtig – doch die müssten stattfinden, wenn die Kinder gerade nicht da seien oder schliefen. „Solange wir in Gegenwart der Kinder sind, erwarten die auch, dass wir ansprechbar sind. Alles, was im Kita-, Grundschulalter ist, da können wir nicht einfach Feierabend machen von den Kindern“, sagte sie dem Sender.

RTL hat ein Experiment mit einer deutschen Mutter gemacht. Kerstin Dettin hat zwei Kinder: Clara (7) und Fritz (8). Als sie den beiden abends sagte: „Ich verabschiede mich, ich gehe jetzt mal rüber, ich muss mich mal ausruhen“, ist das Geschrei erst mal groß. Anschließend legen die beiden aber doch wie gefordert ihre Kleidung zusammen. Ihre Mutter fühlt sich trotzdem nicht wohl damit: „Das wirkt auf mich sehr befremdlich“, sagte sie dem Sender. „Wenn ich die Kinder aus der Schule hole, und wir sehen uns den ganzen Tag nicht, möchte ich ja auch Zeit mit denen verbringen und die paar Stunden, die wir zusammen haben, auch mit ihnen zusammen erleben.“

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RND/hsc