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  • Mutmaßlicher Mord an Kind in Viersen: Kita-Verband äußert sich zu Debatte um Erzieherin

Kita-Verband zu Debatte um mordverdächtige Erzieherin: “Wird diese Mitarbeiter relativ schwer los”

  • Es wurde bekannt, dass die mordverdächtige Erzieherin aus Viersen mit ähnlichen Vorfällen in anderen Kitas in Zusammenhang gebracht wird.
  • Seitdem werden Stimmen laut, die fragen, wieso so jemand überhaupt noch angestellt wurde.
  • Nun äußert sich der Deutsche Kita-Verband dazu.
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Viersen. Selbst wenn eine Erzieherin bei einem Arbeitgeber etwa wegen mangelnder Empathie auffällt, darf dieser das nach Angaben des Deutschen Kita-Verbands nicht einmal ansatzweise im Zeugnis erwähnen. "Deshalb sind letztendlich alle Zeugnisse Makulatur", sagte die Verbandsvorsitzende Waltraud Weegmann dem Westdeutschen Rundfunk am Freitag. Es bestehe eine Meldepflicht der Kitas gegenüber den Jugendämtern, wenn es konkrete Verdachtsmomente für körperliche Übergriffe gebe. "Die gibt es aber oft nicht", sagte Weegmann.

Träger müssten sich grundsätzlich ein erweitertes Führungszeugnis von Bewerbern vorlegen lassen. Allerdings dauere es "eine Weile", bis Vorfälle aktenkundig seien. Unter der Hand dürften sich die Einrichtungen aus rechtlichen Gründen nicht austauschen.

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Kita-Erzieherin in Viersen unter Mordverdacht
1:58 min
Einer 25-jährigen Erzieherin wird vorgeworfen, ein dreijähriges Mädchen ermordet zu haben.  © Reuters
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Oft nicht die besten Voraussetzungen für den Beruf

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Immer mal wieder würden Erzieherinnen nicht die besten Voraussetzungen für den Beruf mitbringen. "Insgesamt wird man diese Mitarbeiter überhaupt nur relativ schwer los." Arbeitsrecht und Datenschutz gingen häufig auf Kosten der Kinder. Eine Rolle spiele auch der Fachkräftemangel: "Deshalb werden manchmal Menschen eingestellt, die man vielleicht vor zehn Jahren nicht eingestellt hätte."

Bei den Ermittlungen gegen eine 25-Jährige Erzieherin wegen Mordverdachts an einem dreijährigen Kita-Kind in Viersen waren die Behörden auf weitere Vorfälle gestoßen. Das NRW-Familienministerium hat inzwischen einen Bericht vom Landesjugendamt angefordert.

RND/dpa

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