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Mutmaßlicher Kinderschänder verlor Beweise im Wald - Prozess startet

  • Nach dem Fund einer Speicherkarte im Teutoburger Wald meldet sich der Besitzer nicht.
  • Als Mitarbeiter im Fundbüro den Inhalt sichten, wird klar, warum.
  • Nun beginnt ein Prozess wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern gegen den Besitzer der Karte.
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Bielefeld. Das Amtsgericht in Bielefeld verhandelt am Donnerstag einen Fall von sexuellem Missbrauch an Kindern - mit einer ungewöhnlichen Vorgeschichte. Der Angeklagte hatte die Hinweise auf die Taten unfreiwillig selbst geliefert, weil der 57-Jährige eine Tasche mit einer Speicherkarte in Halle im Teutoburger Wald verloren hatte.

Dieser Verlust im Februar 2019 löste eine Kette von Ermittlungen aus, die im Mai in einer Öffentlichkeitsfahndung der Polizei endete. Zuvor war die Tasche beim Fundbüro von einem Wanderer abgegeben worden. Als sich lange niemand meldete, untersuchten die Beamten den Inhalt der Speicherkarten, weil sie hofften, einen Hinweis auf den Besitzer zu finden. Aber sie fanden nicht nur ein Foto eines Mannes auf einem E-Bike, sondern auch Hinweise auf schwere Straftaten.

Mindestens acht Fälle von Missbrauch

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Daraufhin startete die Polizei des Kreises Gütersloh Anfang Mai eine Öffentlichkeitsfahndung mithilfe des Fotos des damals Tatverdächtigen. Wenige Stunden später gab es die ersten Hinweise auf die Identität des Mannes.

Der 57-Jährige ist im Heidekreis in Niedersachsen gemeldet. Laut Anklage der Staatsanwaltschaft soll er mindestens achtmal die Enkelkinder seiner Lebensgefährtin aus Bielefeld sexuell missbraucht haben. Auch wird ihm der Besitz von Kinderpornografie vorgeworfen. Das Schöffengericht des Amtsgerichts Bielefeld verhandelt den Fall am Donnerstag. Der Missbrauch der Kinder im Grundschulalter soll von August bis Dezember 2018 passiert sein.

RND/dpa/msc

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