Mordverdacht in Kita: Stadt Kempen räumt nun doch Vorkommnisse ein

  • Die Stadt Kempen hatte am Dienstag gesagt, es habe keine besonderen Vorkommnisse in der Kita gegeben.
  • Nun kommt der Wandel: Viermal habe der Notarzt kommen müssen, weil ein Kind über Atemnot geklagt habe.
  • Die Erzieherin, die im Verdacht steht, in Viersen ein Kita-Kind getötet zu haben, hatte auch in Kempen gearbeitet.
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Kempen. Die Stadt Kempen hat nach einem früheren Dementi eingeräumt, dass es vier Vorfälle in der Kita gab, in der die inzwischen unter Mordverdacht stehende Viersener Erzieherin gearbeitet hat. Vier Mal sei der Notarzt gerufen worden, weil ein Kind über Atemnot geklagt habe, berichtete ein Stadtsprecher am Donnerstag. Es seien wie vorgeschrieben Unfallanzeigen über das Jugendamt an die Unfallkasse geleitet worden. Diese seien auch nicht zu beanstanden. “Es lagen keine Anzeichen vor, in eine andere Richtung zu denken”, hieß es.

Die Ermittler schließen inzwischen nicht aus, dass die Erzieherin auch in Kempen versucht haben könnte, ein Kind zu töten. "Ich habe über die Ermittlungsergebnisse aus der Pressekonferenz erfahren und bin fassungslos. Als Bürgermeister der Stadt Kempen sichere ich der Staatsanwaltschaft und der Polizei zu, offen und transparent bei den weiteren notwendigen Ermittlungen zu unterstützen", teilte Kempens Bürgermeister Volker Rübo mit.

180-Grad-Wendung binnen zwei Tagen

Noch am Dienstag hatte die Stadt mitgeteilt, in der Kita habe es während der Beschäftigungszeit der Erzieherin keine besonderen Vorkommnisse gegeben. Die “Rheinische Post” hatte zuvor über eben solche berichtet. Am Donnerstag begründete ein Sprecher seine früheren Aussagen mit einem Auskunftsverbot durch die Staatsanwaltschaft.

Die Stadt Krefeld teilte mit, bei ihr habe die Beschuldigte ein Berufspraktikum absolviert. Alles, was dazu mitzuteilen sei, hätten die Ermittler bereits mitgeteilt. Der Landschaftverband Rheinland teilte als Landesjugendamt mit, wegen der laufenden Ermittlungen äußere man sich nicht zu dem Fall. Der Kreis Viersen, in dem auch Tönisvorst liegt, wo die Erzieherin ebenfalls gearbeitet hat, hatte auf das Landesjugendamt verwiesen.

Die Erzieherin steht im Verdacht, in Viersen eine Dreijährige umgebracht zu haben. Das kleine Mädchen war am 21. April von einem Notarzt wegen Atemstillstands aus dem Kindergarten ins Krankenhaus gebracht worden. Am 4. Mai starb das Kind dort.

RND/dpa

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