Mordanklage nach illegalem Autorennen

Zwei Männer liefern sich in Mönchengladbach ein illegales Autorennen. Einer der Raser verliert die Kontrolle über sein Auto und erfasst einen Fußgänger, der stirbt. Nun erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den Todesfahrer – wegen Mordes.

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Mönchengladbach. Er fuhr viel zu schnell in der Stadt, verlor die Kontrolle über sein Auto und erfasste einen Fußgänger: Die Staatsanwaltschaft hat gegen einen 28-Jährigen Anklage wegen Mordes gegen erhoben. Er soll in Mönchengladbach an einem illegalen Straßenrennen teilgenommen haben.

Dem Mann werde vorgeworfen, im Juni einen Fußgänger überfahren zu haben, sagte ein Sprecher des Landgerichts Mönchengladbach am Mittwoch. Der 38-jährige Fußgänger starb noch am Unfallort.

Der 38-jährige Fußgänger starb noch am Unfallort.
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Laut Anklage soll der 28-Jährige deutlich schneller gefahren sein, als es an der Unfallstelle erlaubt ist. Mit mindestens 90 Stundenkilometern soll der Raser in der Stadt unterwegs gewesen sein – dabei hätte er nur 40 fahren dürfen. Doch der 28-Jährge wollte wohl das Rennen gegen seinen Kontrahenten nicht verlieren. Stattdessen verlor er die Kontrolle über sein Auto und erfasste den Fußgänger, der sich tödliche Verletzungen zuzog.

Gegen einen zweiten Teilnehmer des Rennens erhob die Staatsanwaltschaft ebenfalls Anklage – wegen Gefährdung des Straßenverkehrs und Unfallflucht. Über die Zulassung beider Anklagen muss nun das Gericht entscheiden.

Illegale Rennen werden künftig härter bestraft

Im Februar waren nach einem tödlichen Autorennen in Berlin bundesweit zum ersten Mal zwei Raser wegen Mordes verurteilt worden. Die Männer bekamen lebenslange Freiheitsstrafen. Die Verteidiger haben Revision beim Bundesgerichtshof (BGH) eingelegt.

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Erst in der vergangenen Woche hat der Bundesrat den Weg für Neuregelung bei der Bestrafung von Rasern frei gemacht. Wer illegale Rennen veranstaltet oder daran teilnimmt, muss künftig mit bis zu zehn Jahren Haft rechnen, wenn dabei jemand schwer verletzt oder getötet wird. Selbst wenn niemand zu Schaden kommt, drohen bis zu zwei Jahre Haft. Dafür wird ein neuer Straftatbestand eingeführt. Bisher wird die Teilnahme an solchen Rennen mit 400 Euro und einem Monat Fahrverbot geahndet. Bestraft wird künftig schon der Versuch, ein Rennen zu organisieren. Fahrzeuge können eingezogen werden. Erfasst werden auch Fahrer, die unabhängig von Rennen „grob verkehrswidrig und rücksichtslos“ rasen.

Von RND/dpa

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