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Mord an Georgine: Verdächtiger soll weitere Mädchen belästigt haben

Mindestens vier andere Mädchen oder junge Frauen soll der mutmaßliche Mörder von Georgine belästigt haben – verbal oder körperlich. Alle kamen aus der Nachbarschaft.

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Berlin. Der mutmaßliche Mörder von Georgine Krüger soll in seiner Nachbarschaft weitere Mädchen belästigt haben. 2009 hätten sich zwei Mädchen im Alter von 11 und 13 Jahren bei der Polizei gemeldet. Demnach wurden sie von dem Beschuldigten verbal belästigt. Aufgrund des anzüglichen Hintergrundes der Äußerungen sei die Strafanzeige wegen Beleidigung an die für Sexualdelikte zuständige Abteilung LKA 13 weitergeleitet worden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch in Berlin mit. Drei Jahre zuvor war die damals 14-jährige Georgine verschwunden.

In einer Befragung durch Mitarbeiter des Landeskriminalamtes habe der Beschuldigte damals Kontakt zu den beiden Mädchen eingeräumt, die Vorwürfe aber bestritten, hieß es in der gemeinsamen Stellungnahme der Behörden. Er wurde demnach auch auf Georgine angesprochen und habe ausgesagt, dass ihm lediglich bekannt sei, dass ein Mädchen verschwunden sei. Das LKA sei zu dem Ergebnis gekommen, dass der Sachverhalt nicht strafrechtlich relevant sei. Auch die Mordkommission habe keine Ansätze für erfolgversprechende Ermittlungen im Zusammenhang mit Georgine gefunden.

Mutmaßlicher Mörder von Georgine vor einer Woche festgenommen

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Offen bleibt weiter die Frage, warum die Polizei nach der Belästigung einer weiteren Frau im Jahr 2011 durch den mutmaßlichen Mörder von Georgine nicht aktiver wurde und einen Zusammenhang herstellte. Die junge Frau hatte den Zeitungen „B.Z.“ und „Bild“ berichtet, sie habe der Polizei bereits 2011 nach einer sexuellen Belästigung von ihrem Verdacht erzählt, ihr Angreifer könne auch etwas mit Georgine zu tun haben.

Laut den Ermittlern ist heute nicht mehr nachvollziehbar, ob sich die Frau damals entsprechend geäußert hat, da diese Angaben nicht dokumentiert wurden. Warum sie allerdings auch nach der Verurteilung des Mannes nicht selbst einen möglichen Zusammenhang herstellten und intensiver ermittelten, erklären die Ermittler nicht.

Laut „B.Z.“ und „Bild“ meldete sich 2014 zudem eine weitere Jugendliche wegen des gleichen Mannes bei der Polizei und gab an, belästigt und angegriffen worden zu sein. Aber wieder passierte nichts. Die Erklärung der Ermittler: Nach damaligem Sexualstrafrecht lag keine Straftat vor. Außerdem führe eine Abfrage der Person im polizeilichen Informationssystem auch nicht unweigerlich zur Feststellung einer einschlägigen Vorstrafe.

Vor gut einer Woche hatte die Polizei den 43-Jährigen festgenommen – zwölf Jahre nach dem spurlosen Verschwinden der Berliner Schülerin Georgine Krüger. Er soll die damals 14-Jährige am 25. September 2006 getötet haben. Die Leiche des Mädchens ist bislang noch nicht gefunden worden.

Von RND/dpa

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