Mitarbeiter von Bestatter machen Selfie an Maradonas offenem Sarg

  • In Argentinien sorgen Fotos des toten Fußballidols Diego Maradona für Empörung.
  • Aufgenommen haben sie Mitarbeiter eines Bestattungsinstituts, die mit erhobenem Daumen am offenen Sarg stehen.
  • Der Anwalt der Fußballlegende kündigte Konsequenzen an.
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Buenos Aires. Drei Mitarbeiter eines Beerdigungsinstituts haben neben dem Leichnam des Fußballidols Diego Maradona für Fotos posiert und sind deshalb entlassen worden. Die Bilder kursieren im Internet, der Anwalt des verstorbenen Weltstars zeigt sich empört.

Er sei von der Aktion überrascht worden, versicherte Claudio Fernández am Freitag dem Radiosender Diez. Auf einem der Fotos ist er zusammen mit seinem Sohn Ismael an Maradonas offenen Sarg zu sehen, der Sohn mit erhobenem Daumen. Ein weiteres Bild zeigt den dritten Mitarbeiter in ähnlicher Pose: Er steht am offenen Sarg und hat seine rechte Hand auf die Stirn Maradonas gelegt, der Daumen seiner linken Hand zeigt nach oben.

Für viele Argentinier kommen die im Internet verbreiteten Bilder der toten Fußballikone einem Sakrileg gleich. Es gab wutentbrannte Kommentare. Fernández sagte, er habe sogar Todesdrohungen erhalten. „Die kennen mich. Ich bin aus der Nachbarschaft“, sagte der Vater aus dem Viertel El Paternal, wo Maradona 1976 beim Club Argentinos Juniors seine Profilaufbahn begonnen hatte. „Die sagen, sie werden uns umbringen.“

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„Im Gedenken an meinen Freund werde ich nicht ruhen, bis er für eine solche Entgleisung bezahlt“

Maradona war am Mittwoch im Alter von 60 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben. Vor der Beisetzung einen Tag später gab es chaotische Szenen, weil Tausende Fans vergeblich versucht hatten, sich am Sarg zu verabschieden, der im Präsidentenpalast aufgebahrt gewesen war.

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Fernández beteuerte, er habe von den Plänen der anderen beiden kurz vor der Beerdigung nichts gewusst und erst recht nichts davon, dass die Bilder im Internet verbreitet werden sollten. „Es war etwas Unmittelbares. Ich habe bloß meinen Kopf gehoben und mein Sohn hat reagiert, wie jedes Kind von 18 Jahren.“

Der Fußballverein Argentinos Juniors - bei dem Maradona seine Profikarriere begann und dessen Stadion nach ihm benannt ist - teilte mit, die Kündigung der Mitgliedschaft eines der Männer sei eingeleitet worden. „Im Gedenken an meinen Freund werde ich nicht ruhen, bis er für eine solche Entgleisung bezahlt“, schrieb Maradonas Anwalt, Matías Morla, auf Twitter nebst einem Foto des Mannes und dessen Namen.

RND/AP/dpa/seb

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