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Missbrauchsprozess gegen Kardinal: Hauptzeuge weist Bericht über Bestechung zurück

  • Im Missbrauchsprozess gegen den australischen Kardinal George Pell hat der Hauptbelastungszeuge Bestechungsvorwürfe zurückgewiesen.
  • Wie die Anwältin des Mannes sagt, habe ihr Mandant keinerlei Zahlungen erhalten und bestreite jede Kenntnis solcher Vorgänge.
  • Zunächst hatte die italienische Zeitung „Corriere della Sera“ über die Vorwürfe berichtet.
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Rom. Der Hauptbelastungszeuge im Missbrauchsprozess gegen den australischen Kardinal George Pell hat Bestechungsvorwürfe zurückgewiesen. Ihr Mandant habe keinerlei Zahlungen erhalten und bestreite auch jede Kenntnis solcher Vorgänge, sagte Anwältin Vivian Waller am Montag. Sie hatte den als Zeugen J bekannten Mann im Prozess gegen den früheren Finanzchef des Vatikans vertreten.

Die italienische Zeitung "Corriere della Sera" hatte berichtet, möglicherweise habe der als Präfekt der Heiligsprechungskongregation zurückgetretene Kardinal Angelo Becciu den Zeugen "gekauft", um Pell zu stürzen. Allerdings nannte die Zeitung weder Quellen noch Einzelheiten.

Zeuge J warf Pell sexuellen Missbrauch vor

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Papst Franziskus hatte Pell beauftragt, Ordnung in die undurchsichtigen Finanzen des Vatikans zu bringen. Dabei geriet der Kardinal in Streit mit Becciu, der seinerzeit Stabschef der Regierung des Kirchenstaates war. 18 Monate nach Pells Ernennung meldete sich Zeuge J im Juni 2018 bei der australischen Polizei und warf Pell vor, sich an ihm vergangen zu haben, als er noch Jugendlicher war. Pell ließ sich vom Amt suspendieren, um sich einem Verfahren in Australien zu stellen, wurde zwischenzeitlich verurteilt und saß im Gefängnis, bevor er im Frühjahr in letzter Instanz freigesprochen wurde.

Sein Anwalt Robert Richter forderte, dem Corriere"-Bericht nachzugehen. "Ich will, dass zu diesen Berichten gründlich ermittelt wird sowohl in Australien als auch international", sagte er am Dienstag.

Becciu wies die Vorwürfe zurück. „Ich bestreite kategorisch jede Einmischung in den Prozess gegen Kardinal Pell“, hieß es in einer von seinem Anwalt veröffentlichten Erklärung. Becciu war Ende September zurückgetreten, weil er 100.000 Euro Vatikangelder an ein Wohltätigkeitswerk in Sardinien überwiesen hatte, das sein Bruder leitete.

RND/AP

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