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Missbrauchskomplex: Razzien in zwölf Bundesländern – 2000 Beweismittel gefunden

  • Der Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach nimmt immer größere Dimensionen an.
  • Bei den Razzien am Dienstag stellte die Polizei mehr als 2000 Beweismittel sicher.
  • Mit jeder Durchsuchung wächst die ohnehin schon riesige Datenmenge, die die Ermittler auswerten müssen - und die sie auf wieder neue Spuren bringt.
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Köln. Bei der jüngsten bundesweiten Razzia im Zusammenhang mit dem Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach hat die Polizei mehr als 2000 Beweismittel sichergestellt. Dabei handele es sich vor allem um Datenträger, sagte Ermittlungsleiter Michael Esser am Mittwoch in Köln. Die Auswertung werde sehr viel Zeit einnehmen. Auch zwei Tresore seien beschlagnahmt worden. An der Durchsuchung in zwölf Bundesländern seien am Dienstag mehr als 1000 Polizisten beteiligt gewesen. Verhaftungen habe es nicht gegeben.

Bei den Razzien hatten die Ermittler 50 Tatverdächtige - 48 Männer und 2 Frauen - im Visier. Ihnen werde der Besitz und die Verbreitung kinderpornografischen Materials vorgeworfen. Es gebe keine Hinweise darauf, dass die Beschuldigten selbst Kinder missbraucht hätten, sagte Esser.

2000 Beweismittel

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Die Polizei hat bei den Razzien rund 1000 Polizisten im Einsatz gehabt und mehr als 2000 Beweismittel sichergestellt. Dabei handele es sich unter anderem um Datenträger, sagte Ermittlungsleiter Esser. Die Auswertung werde sehr viel Zeit einnehmen. Man habe unter anderem auch Tresore sichergestellt. Die meisten Einsätze habe es in Bayern gegeben. Dort sei die Polizei an 15 Orten gegen 13 Tatverdächtige vorgegangen.

Schauplatz der Durchsuchungen waren die Bundesländer Brandenburg, Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Es geht um den Verdacht des Besitzes und der Verbreitung von Kinderpornografie.

Durchsuchung bei Familienvater in Bergisch Gladbach brachte Fall ins Rollen

Die Ermittlungen rund um den Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach haben schon zu Spuren in sämtliche Bundesländern geführt. Mit Stand 27. August wurde allein in Nordrhein-Westfalen gegen 84 Beschuldigte ermittelt, zehn Menschen waren bereits angeklagt, einer ist in Haft, acht in Untersuchungshaft.

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Die Ermittler hatten wiederholt von einem „Schneeball-System“ gesprochen: Mit jedem Verdächtigen werden sie auf weitere Täter aufmerksam. „Wir reden von 30 000 unbekannten Tatverdächtigen“, sagte Markus Hartmann, Leiter der ZAC NRW, der Deutschen Presse-Agentur.

Ins Rollen gebracht wurde dies alles durch eine Durchsuchung im Oktober 2019 bei einem Familienvater in Bergisch Gladbach bei Köln. Bei ihm fand die Polizei Tausende Bilder und Videos. Es ging um riesige Datenmengen - inklusive Spuren zu Chatpartnern. Davon ausgehend kamen die Polizisten nach und nach immer mehr Verdächtigen auf die Spur. Und ein Ende ist nicht abzusehen.

RND/dpa

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