Kindesmissbrauch: Ermittlungen in NRW ausgeweitet

  • Im Missbrauchsfall von Bergisch Gladbach hat die Polizei weitere Datenträger gefunden.
  • Die Beamten hatten das Haus des 42-jährigen Tatverdächtigen erneut durchsucht.
  • Jetzt hat die Polizei einen sechsten Verdächtigen verhaftet.
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Bergisch Gladbach. Die Ermittlungen im Missbrauchsfall von Bergisch Gladbach veiten sich aus. "Hier geht es um schweren sexuellen Missbrauch von unschuldigen Opfern", sagte Polizeipräsident Uwe Jacob am Mittwoch in Köln. Es seien zwei weitere Verdächtige festgenommen worden, einer in der Nacht in Krefeld, der andere in Aachen, wie Polizei und Staatsanwaltschaft gemeinsam mitteilten. Derzeit werde geprüft, ob die nötigen Voraussetzungen für Haftbefehle vorlägen.

Bei weiteren Wohnungsdurchsuchungen etwa in Bergisch Gladbach hat die Polizei mit Hilfe von speziellen Spürhunden außerdem weitere Datenträger sichergestellt worden. "Die Datenträger enthalten beweiserhebliches, kinderpornografisches Material", sagte der Kölner Staatsanwalt Ulrich Bremer.

Sexspielzeug und Liebesbriefe in Kinderhandschrift

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Nach ersten Durchsuchungen waren bereits vier Männer festgenommen worden, die ihre eigenen Kinder oder Stiefkinder sexuell missbraucht haben sollen. "Wie perfide die Taten im Einzelnen sind, zeigt sich daran, was wir sichergestellt haben", sagte Polizeipräsident Jacob - darunter seien Sexspielzeug, Fesselwerkzeug und Liebesbriefe in Kinderhandschrift. In NRW sind den Ermittlern derzeit acht Opfer bekannt, im Alter von unter ein bis elf Jahren. Der mutmaßliche Täterkreis konzentriert sich bislang auf Nordrhein-Westfalen, lediglich einer der bisher Festgenommenen stammt aus Hessen.

Ihre Taten sollen die Männer in Fotos und Videos dokumentiert und über Handychats ausgetauscht haben - teilweise in Gruppen mit bis zu 1800 Mitgliedern. Es sei also zu befürchten, dass es weitere Opfer und Täter gebe, sagte Jacob. Ein einzelner Ermittler würde 100 Tage brauchen, um allein die Unmengen von Fotos, Videos und Chats auf dem Handy des Hauptverdächtigen auszuwerten. Bei der Polizei ist daher nun eine Sonderkommission mit rund 130 Ermittlern damit beschäftigt, im Schichtdienst die Inhalte auszuwerten. "Durch überlegtes, methodisches und schnelles Vorgehen wurden hier wirklich monströse Verbrechen aufgedeckt", sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) zu den laufenden Ermittlungen.

Zudem hat die Polizei erneut das Haus des 42 Jahre alten Tatverdächtigen durchsucht. Dabei seien speziell ausgebildete Datenspürhunde zum Einsatz gekommen, sagte ein Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft am Mittwoch. Im Wohnhaus und in einem Gartenhäuschen seien weitere Datenträger "in nicht unerheblichem Umfang" gefunden worden - ob sich darauf belastendes Material befinde, sei aber noch unklar. Zuerst hatten der "Kölner Stadt-Anzeiger" und die "Kölnische Rundschau" berichtet.

Auswertung der Daten dauert an

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Die Ermittler seien dem 38-Jährigen durch die Auswertung von Daten auf die Spur gekommen, die bereits bei einer ersten Durchsuchung bei dem 42-Jährigen sichergestellt worden waren, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Einzelheiten wollten die Ermittler voraussichtlich bei einer Pressekonferenz am Nachmittag bekanntgeben.

Kinder und Stiefkinder missbraucht

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Die Polizei hatte auf dem Smartphone des Mannes unter anderem Chat-Verläufe mit kinderpornografischem Inhalt gefunden. Die Fotos und Videos zeigen nach Angaben der Ermittler den sexuellen Missbrauch von Kindern.

Daraufhin waren der 42-Jährige und drei weitere Männer verhaftet worden. Sie sollen ihre eigenen Kinder und Stiefkinder missbraucht haben. Das jüngste der sechs Opfer ist laut Polizei noch nicht einmal ein Jahr alt.

RND/dpa

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