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Missbrauchsfall in Lügde: Bericht attestiert Jugendamt schwere Fehler

  • Eine Sonderermittlerin im Missbrauchsfall Lügde hat dem Jugendamt im niedersächsischen Landkreis Hameln-Pyrmont schwere Fehler attestiert.
  • Eine Reihe fachlicher Fehler habe dazu geführt, dass die Taten nicht verhindert werden konnten, heißt es in dem Bericht.
  • Dennoch kommt der Bericht zu dem Ergebnis, dass dem Landkreis kein strukturelles Versagen anzulasten ist.
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Hameln. Nach dem massenhaften Missbrauch von Kindern im westfälischen Lügde hat eine Sonderermittlerin dem Jugendamt im niedersächsischen Landkreis Hameln-Pyrmont schwere Fehler attestiert. Zwar kommt der Bericht zu dem Ergebnis, dass dem Landkreis kein strukturelles Versagen anzulasten ist, eine ganze Reihe von fachlichen Fehlern habe aber dazu geführt, dass die Taten nicht verhindert werden konnten, heißt es in dem vom Landkreis in Auftrag gegebenen Bericht.

Das Jugendamt in Hameln hatte einem der Haupttäter von Lügde trotz mehrerer Hinweise auf sexuell übergriffiges Verhalten die Pflegschaft für ein Mädchen übertragen. Mindestens vier Mal habe die Behörde in Hameln Hinweise auf die mangelnde Eignung des Pflegevaters sowie mögliche Pädophilie erhalten, denen nicht ordentlich nachgegangen wurden, heißt es in dem Bericht. Auch Hinweise auf den Kontakt des Pflegevaters zu weiteren Mädchen nicht angemessen aufgegriffen worden.

Vielfältig beschäftigten sich Behörden zwar mit der Situation, das belegen die von der Sonderermittlerin gesichteten Dokumente, es wurde aber lange Zeit nicht durchgegriffen. Es gab keinen ausreichenden Informationsaustausch im Jugendamt, Abläufe wurden nicht eingehalten und bei der Zusammenarbeit mit Behörden im angrenzenden Nordrhein-Westfalen hakte es. Die Mutter wurde nach Einschätzung der Sonderermittlerin nicht ausreichend einbezogen und die Inaugenscheinnahme des Kindes nicht im nötigen Umfang vorgenommen oder dokumentiert.

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Hohe Haftstrafen und Sicherungsverwahrung im Lügde-Prozess
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Das Landgericht Detmold verurteilte am Donnerstag einen der Männer zu einer Freiheitsstrafe von 13 Jahren, der andere erhielt 12 Jahre.
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In Nordrhein-Westfalen versucht ein Untersuchungsausschuss des Landtags weiter aufzuklären, wie es zu dem hundertfachen Missbrauch von Kindern auf einem Campingplatz in Lüdge kommen konnte, ohne dass Behörden auf die kriminellen Vorgänge aufmerksam wurden. Im Mittelpunkt steht das Leid des kleinen Mädchens, das vom Jugendamt in Hameln zu einem Pädokriminellen auf den Campingplatz gegeben worden war. Da der Mann im lippischen Lügde lebte und die Kindsmutter in Niedersachsen, waren zwei Jugendämter über die Landesgrenzen mit dem Fall beschäftigt.

Lange Haftstrafe und Sicherheitsverwahrung für zwei Männer im Missbrauchsfall

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Im Herbst 2019 hatte das Landgericht Detmold im Missbrauchsfall Lügde zwei Männer zu langjährigen Haftstrafen und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Sie hatten auf dem Campingplatz an der Landesgrenze zu Niedersachsen 32 Kinder jahrelang schwer sexuell missbraucht. Seit Anfang September muss sich vor dem Landgericht Göttingen ein 49 Jähriger wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern verantworten. Es handelt sich um einen Bekannten des Haupttäters von Lügde.

RND/dpa

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