Missbrauchsbeauftragter nennt Lügde-Urteil “wichtiges Signal”

  • Die Lügde-Täter wurden zu langen Haftstrafen und Sicherungsverwahrung verurteilt.
  • Dieses harte Urteil begrüßt der Bundesbeauftragte für Missbrauch.
  • Nun müsse auch die Gesetzgebung Strafen für den Besitz und das Weiterleiten von Kinderpornografie verschärfen, fordert er.
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Detmold/Berlin. Das Urteil im Lügde-Prozess mit hohen Haftstrafen und Sicherungsverwahrung für die Angeklagten ist vom Bundesbeauftragten für Missbrauch, Johannes-Wilhelm Rörig, ausdrücklich begrüßt worden. "Das Landgericht Detmold hat das mögliche Strafmaß weitgehend ausgeschöpft und damit auch das wichtige Signal gesendet, dass der Rechtsstaat diese schweren Verbrechen an Kindern hart bestraft", erklärte Rörig am Donnerstag. Nun müsse auch die Gesetzgebung schnell handeln und Strafen für den Besitz und das Weiterleiten von Kinderpornografie verschärfen. Bisher kämen "pädokriminelle Täter" teils mit 90 Tagessätzen Geldstrafe davon. Hier sei eine "Neubewertung" nötig, forderte Rörig.

Im Video: Hohe Haftstrafen für Lügde-Täter

Video
Hohe Haftstrafen und Sicherungsverwahrung im Lügde-Prozess
1:27 min
Das Landgericht Detmold verurteilte am Donnerstag einen der Männer zu einer Freiheitsstrafe von 13 Jahren, der andere erhielt 12 Jahre.
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Insgesamt würden Kindesmissbrauch und seine Folgen in den Bundesländern vielfach unterschätzt. "Offensichtlich hat auch Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul erst im Verlauf des Skandals von Lügde die wahre Dimension dieses Themas erkannt", kritisierte Rörig. Dabei habe es allein in NRW im vergangenen Jahr fast 2500 Ermittlungs- und Strafverfahren wegen Kindesmissbrauch gegeben. Nötig sei auch eine "viel bessere Kooperation zwischen Jugendämtern, Polizei, Justiz, Kitas, Schulen und der Gesundheitsversorgung sowie eine Stärkung der zuständigen staatlichen Stellen.

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RND/dpa/hsc