Mehr als 1000 Tönnies-Mitarbeiter positiv auf Corona getestet

  • Der Corona-Ausbruch bei Tönnies wird immer gravierender.
  • Mittlerweile wurden mehr als 1000 Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet.
  • Die Polizei soll derweil die Quarantäne-Regeln im Härtefall durchsetzen.
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Bielefeld/Rheda-Wiedenbrück. Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischproduzenten Tönnies sind mittlerweile 1029 Mitarbeiter positiv getestet worden. Dies teilte der Landrat des Kreises Gütersloh, Sven-Georg Adenauer, am Samstag in Gütersloh mit. Insgesamt 3127 Befunde lägen vor. Die NRW-Polizei hat sich inzwischen auf einen Großeinsatz eingestellt. Bei der Polizei Bielefeld wurde eine sogenannte BAO, eine Besondere Aufbauorganisation gebildet, die mögliche Einsätze landesweit koordiniert.

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Krisenstab: Vertrauen in Firma Tönnies bei null
1:59 min
In der Fleischfabrik Tönnies in Rheda-Wiedenbrück wurden 1029 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet. Bewohner im Kreis Gütersloh sind verärgert.  © Reuters

Der Kreis Gütersloh und der Arbeitsschutz haben sich in der Nacht zu Samstag Zugriff auf die Personalakten der Firma Tönnies verschafft. “Das Unternehmen hatte es nicht geschafft, uns alle Adressen zu liefern”, sagte Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) am Samstag bei einer Pressekonferenz in Gütersloh. Darauf seien die Behörden gemeinsam am Freitagabend in die Konzern-Zentrale gegangen, sagte Adenauer. Jetzt liegen 1300 Adressen von Wohnungen allein für den Kreis Gütersloh vor, wie der CDU-Politiker sagte.

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Tönnies-Schließung für 14 Tage beschlossen

Darüber hinaus hatte der Kreis Gütersloh nach Angaben vom Freitag ein Hilfeersuchen an die Polizei gerichtet. “Sie soll die Ordnungsbehörden der Kommunen bei der Quarantäneüberprüfung unterstützen”, hieß es in einer Mitteilung.

Am Samstagnachmittag habe der Kreis verfügt, dass der Betrieb für 14 Tage geschlossen werde. Das teilte der Leiter des Krisenstabes, Thomas Kuhlbusch in Gütersloh mit.

Land will die Quarantäneanordnung für die Mitarbeiter konsequent durchsetzen

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Beamte einer Einsatzhundertschaft aus Dortmund verteilten sich am Samstag im Gebiet des Kreises Gütersloh. Nach Angaben einer Sprecherin der Polizei Bielefeld sollen sie bei Anforderung durch die Ordnungsbehörden unterstützend tätig werden, "beispielsweise wenn Kontrollen durchgeführt werden". Dies war nach ihren Angaben bis zum Mittag noch nicht der Fall. "Wir werden als Polizei nicht eigeninitiativ tätig", sagte die Sprecherin.

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Tönnies-Ausbruch: Laschet warnt vor Pandemie-Risiko
1:43 min
Der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen schließt einen regionalen Lockdown rund um Gütersloh nicht aus.  © Reuters
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Das Land will die Quarantäneanordnung für die Mitarbeiter konsequent durchsetzen. Es werde dazu alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel einsetzen, hatte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Freitagabend in Düsseldorf gesagt. "Wir müssen sicherstellen, dass in dieser Situation jeder sich an die Regeln hält." Einen Corona-Ausbruch habe es "in dieser Größe" in NRW bisher nicht gegeben.

Quarantäne für rund 6500 Mitarbeiter samt aller Haushaltsangehörigen

Der Kreis hatte am Freitag verfügt, dass alle rund 6500 Mitarbeiter des Fleischproduzenten Tönnies am Standort Rheda-Wiedenbrück mitsamt allen Haushaltsangehörigen in Quarantäne müssen. Das betreffe auch die Verwaltung, das Management und die Konzernspitze, teilte der Kreis Gütersloh am Freitagabend mit. Für einige Mitarbeiter galt allerdings eine sogenannte Arbeitsquarantäne. Das heißt, dass sie sich zwischen Arbeits- und Wohnort bewegen dürfen - ausschließlich. Das gilt nach Angaben eines Konzernsprechers auch für den Gesellschafter Clemens Tönnies.

Die Kreisverwaltung will einen weitreichenden Lockdown verhindern. "Leider müssen wir feststellen, dass die für das Personal in den Produktionsbereichen am 16. Juni erlassenen Quarantänen nicht von allen eingehalten wurden", hatte Landrat Sven-Georg Adenauer erklärt und eine deutliche Verstärkung der Überprüfungen angekündigt.

RND/dpa

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