Mäuseplage „biblischen Ausmaßes“ in Australien

  • Monatelang mussten Einheimische ertragen, wie Mäuse und Ratten in ihre Häuser und Geschäfte und Autos eindrangen.
  • Jetzt hoffen die Menschen, dass zumindest starker Regen hilft, die Nager endlich zu vertreiben.
  • Videos in sozialen Netzwerken zeigen, wie Felder in Queensland und New South Wales geradezu von den Tieren überrannt werden.
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Dürre, Feuer, Corona – und on the top eine alles verzehrende Mäuseplage. Das ländliche New South Wales hat sich in den letzten Jahren so ziemlich jeder Herausforderung gestellt, aber jetzt betet es, wie der australische Guardian schreibt, „um eine allmächtige Flut“ (oder zumindest einen starken Regen), der die Mäuse in ihren Höhlen ertränkt und so das geplagte Land von den Nagetieren befreit.

Die Not scheint groß. Videos in sozialen Netzwerken zeigen, wie Felder auch im benachbarten Queensland nahezu von Mäusen überrannt werden. Und in den Städten sei die Lage nicht besser, heißt es. Die Nager dringen über Lüftungsschächte in Geschäfte und Häuser ein und fressen dabei alles an, was sich ihnen in den Weg stellt.

Nest von Babymäusen

Lisa Gore aus Toowoomba in Queensland erzählte dem Guardian Australia, wie sie und ihre Freundin den Stoff eines Sessels abzogen, weil dieser zu riechen begann, zum Vorschein kam ein Nest von Babymäusen. Und Karen Fox aus Dubbo in New South Wales sah, als sie an einem Morgen aus der Dusche kam, wie sie eine Maus aus dem Deckenventilator anstarrte. Sie könne nichts tun, sagt Karen Fox, denn in den Geschäften seien die Fallen ausverkauft.

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Die Regierungen der betroffenen Bundesstaaten überlegen nun, wie sie den Geschädigten helfen könnten; eine finanzielle Entlastung ist im Gespräch. Bisher allerdings sei es zu keiner Entscheidung gekommen.

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Die Einheimischen sagen, dass die Plage das tägliche Leben der Menschen so sehr beeinflusst habe, dass sich der übliche Gesprächsbeginn von einem Kommentar über das Wetter zu einem Vergleich darüber geändert hat, wie viele Mäuse man in der vergangenen Nacht erledigt habe.

Woher die vielen Mäuse plötzlich kommen?

Nach Jahren der Dürre gab es in den ländlichen Gebieten von New South Wales und in Teilen von Queensland aufgrund der jüngsten Regenzeit offenbar eine Rekordernte, schreibt der Guardian. Die üppige Ernte allerdings habe Folgen gehabt: die Mäusepopulation sei quasi explodiert. Schon im Oktober seien die ersten Nagerschwärme im Norden bemerkten worden, seither würden sich die Tiere einer Welle gleich gen Süden ausbreiten – das Ganze habe seither „biblische Ausmaße“ angenommen.

RND/mh

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