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Wegen der Marihuana-Legalisierung: Spürhunden in den USA geht die Arbeit aus

  • In den vergangenen Jahren erlaubte ein US-Bundesstaat nach dem anderen den Besitz von Marihuana.
  • Doch viele Spürhunde können zwischen verschiedenen Drogen nicht unterscheiden und schlagen weiterhin beim Geruch von Marihuana aus.
  • Kriminelle nutzen die Situation aus und verwirren die Hunde absichtlich.
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Richmond. Sie heißen Aries, Apollo, Jax und Thunder und haben bald keinen Job mehr. Im US-Bundesstaat Virginia wird am 1. Juli Marihuana legalisiert und die Drogenspürhunde, die der Polizei bei der Suche nach der bisher illegalen Droge halfen, müssen in den Ruhestand. Ähnlich erging es schon ihren vierbeinigen Kollegen in anderen Bundesstaaten der USA, in denen der Besitz und der Konsum von Marihuana in den vergangen Jahren erlaubt wurden.

15.000 Dollar pro Hunde-Training

Dutzende Spürhunde werden allein in Virginia ab Juli nicht mehr gebraucht. Zahlreiche Polizeistellen bilden bereits neue Spürhunde aus, die nur andere - weiterhin illegale - Drogen finden können. Doch einige können sich die 15.000 Dollar, die ein solches Training pro Hund kostet, nicht leisten.

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Viele der bisher aktiven Hunde konnten sowohl Marihuana als auch andere Substanzen wie Kokain, Heroin oder Metamphetamine aufspüren. Insofern möchte man meinen, dass sie ja einfach weiter im Einsatz bleiben könnten. Doch da gibt es rechtliche Hürden. Denn selbst wenn illegale Drogen gefunden werden, könnte es sein, dass der Hund nicht auf deren Geruch angesprungen ist, sondern auf den des völlig legalen Marihuanas. Ein Anwalt könnte schnell diesen Vorwurf erheben und damit die Durchsuchung des Autos oder Hauses, die letztlich zum Drogenfund führte, für illegal erklären.

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So passierte das etwa in Colorado, wo Marihuana seit Jahren legal ist. Der Spürhund Kilo hatte 2015 bei einer Verkehrskontrolle am Wagen eines Mannes angeschlagen, in dem dann eine Metamphetamin-Pfeife gefunden wurde. Weil nach Ansicht des zuständigen Berufungsgericht nicht klar war, ob er nicht doch Marihuana erschnuppert hatte, wurde die Verurteilung des Mannes wegen Drogenbesitzes gekippt. Es habe die rechtliche Grundlage gefehlt, den Wagen überhaupt zu durchsuchen, hieß es in dem Urteil, das auch vom Obersten Gerichtshof Colorados bestätigt wurde.

Kriminelle verstecken Marihuana in ihren Autos

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Auch findige Drogenhändler machten sich das bereits zunutze, indem sie in ihren Autos immer Marihuana dabei hätten, sagt Bob Gillian, Hundebeauftragter bei der Polizei von Quincy in Massachusetts.

Man braucht also Hunde, die alle Drogen außer Marihuana erschnuppern können. Die Hunde umzutrainieren sei schwierig, sagt Don Slavik, Chef der Vereinigung der US-Polizeihunde. „Wenn man mal einem Hund ein Verhalten antrainiert, geht das nicht mehr weg.“ Um nicht gekippte Urteile zu riskieren wie in Colorado, hole man deshalb eher neue Hunde und trainiere sie von Grund auf auf die anderen Drogen.

Für Aries und seine Kollegen bedeutet dies das Ende ihrer Polizeikarriere. Allein die Virginia State Police schicke 13 Hunde in den Ruhestand, sagt Scott Amos, der für das Training der Vierbeiner dort zuständig ist. Alle von ihnen werden aber adoptiert - von den Polizisten, mit denen sie teils Jahre zusammengearbeitet haben.

RND/AP

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