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Mann will erstes deutsches Schwimmbad für strenggläubige Muslime bauen

  • Nacktheit in Schwimmbädern und der nicht geschlechtergetrennte Schwimmunterricht für Schüler stellt für viele Muslime ein Problem dar.
  • Deshalb will ein Frankfurter ein Schwimmbad nur für Muslime eröffnen.
  • Bei der Stadt Frankfurt stößt er damit nicht auf Begeisterung.
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Frankfurt. Ein Schwimmbad nur für Muslime? Das möchte Abdullah Zeran gern bauen – und sieht darin eine absolute Marktlücke, wie die hessische „HNA“ berichtet. Er sehe darin auch keine Separation der Muslime. Im Gegenteil: Es sei gewissermaßen die Vollendung der Integration, wenn eine Gruppe sich nicht mehr dafür entschuldigen müsse, wenn sie bestimmte Dinge anders regele als die anderen, sagt Zeran der Zeitung. Für strenge Moslems sei das Zeigen des Körpers in Schwimmbädern nun mal ein Problem.

Dabei bezieht Zeran sich auch explizit auf muslimische Kinder und Jugendliche, bei denen es immer wieder große Diskussionen gibt, wenn das Thema Schwimmunterricht in der Schule ansteht. „Wir könnten und wollen in unserem Bad Schwimmunterricht für muslimische Mädchen anbieten und suchen die Zusammenarbeit mit dem Schulamt“, sagt Zeran der „HNA“. Noch ist das Schwimmbad aber nur eine Fantasie – die Gelder für ein Grundstück und den anschließenden Bau und Betrieb fehlen noch. Zeran ist auf der Suche nach Sponsoren.

Stadt Frankfurt ist nicht begeistert von der Schwimmbad-Idee

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Die Stadt Frankfurt ist nicht so begeistert wie Zeran von der Idee: „Bis jetzt gibt es nichts, was dafür spricht, die Pflichtveranstaltung Schwimmunterricht anders als im Klassenverband abhalten zu lassen“, sagt Jan Pasternack, Referent von Bildungs- und Integrationsdezernentin Sylvia Weber (SPD) der Stadt Frankfurt, gegenüber der Zeitung. Zeran hingegen glaubt, dass seitens der Schulbehörden nicht genug Bewusstsein für die Gewissensprobleme strenggläubiger Moslems in dieser Frage bestehe. Seiner Meinung nach könnten die strengen Moslems Frankfurt als ihre Stadt ansehen, wenn die Stadt so ein Schwimmbad ermögliche.

Trotz fehlender Gelder hat der 38-jährige Moslem, der gegenüber der „HNA“ betont, dass er Deutscher ist und auch nur einen deutschen Pass hat, schon konkrete Pläne für sein Bad: 1000 Quadratmeter reichten aus, dazu eine kleine Sauna. „Ich habe Zusagen von türkischen Gemeinden aus bis zu 90 Kilometern Entfernung. Die Frauen dort würden wie beim Schulausflug zu uns kommen“, sagt er der hessischen Zeitung. Zu seinem Geschäftsmodell würde dann auch gehören, die Frauen zum Badetag mit einem Bus abzuholen.

RND/hsc