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Mahnwache für Sarah Everard: Trauernde geraten mit Polizei aneinander – vier Festnahmen

Eine Frau spricht mit einer Polizeibeamtin während der Mahnwache für die getötete Sarah Everard im Park Clapham Common.

Bei der Mahnwache in London für die getötete Sarah Everard ist es am Samstagabend zu Auseinandersetzungen mit der Polizei gekommen – vier Personen sind festgenommen worden. In dem Park Clapham Common versammelten sich trotz Warnungen vor rechtlichen Konsequenzen Hunderte Frauen, um der mutmaßlich von einem Mann entführten und ermordeten Everard (33) zu gedenken. Die Trauernden legten Blumen und Briefe an den Musikpavillon in der Mitte des Parks.

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Vier Menschen verhaftet

Wie „The Guardian“ berichtet, traten während der Mahnwache einige Frauen in den Musikpavillon, um Reden zu halten. Die Polizisten wollten das zunächst nicht zulassen, da die Veranstaltung eigentlich im Vorfeld wegen des geltenden Corona-Lockdowns abgesagt wurde. Einige Polizisten gingen auf den Musikpavillon, traten dabei auf die Blumen und schoben die Rednerinnen zur Seite. Nach Protestrufen der Menge ließen sie die Frauen weitersprechen.

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Doch nur wenige Momente später wollten sie die Mahnwache auflösen und drohten jeder Person, die bleibt, mit einer Verhaftung. Sie gerieten mit den Demonstrierenden aneinander: Vier Leute wurden wegen Verstöße gegen die öffentliche Ordnung und Verstöße gegen die Coronavirus-Beschränkungen festgenommen, berichtet „Sky News“.

Kritik von Labour und den Conservatives

Das Vorgehen der Polizei löste große Kritik aus. Der Vorsitzende der Labour-Partei, Keir Starmer, sagte am Samstagabend auf Twitter: „Die Szenen in Clapham heute Abend sind zutiefst verstörend. Frauen kamen zusammen, um um Sarah Everard zu trauern – ihnen hätte erlaubt werden sollen, das friedlich zu tun. Ich teile ihren Zorn und ihre Verärgerung darüber, wie dies gehandhabt wurde. Das war nicht die Art und Weise, diesen Protest zu kontrollieren.“

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„weder angemessen noch verhältnismäßig“

Londons Bürgermeister Sadiq Khan bezeichnete die Szenen als „inakzeptabel“. Die Polizei habe zwar die Verantwortung, die Corona-Maßnahmen durchzusetzen, aber von den Bildern werde klar, dass die Reaktion der Beamten „weder angemessen noch verhältnismäßig“ war, so der Labour-Politiker.

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Die Innenministerin von Großbritannien Priti Patel (Conservatives) erklärte, dass sie den Fall prüfen werde: „Einige der online kursierenden Aufnahmen von der Mahnwache in Clapham sind erschütternd. Ich habe die Metropolitan Police um einen vollständigen Bericht über die Geschehnisse gebeten.“

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Polizei verteidigt Einsatz

Der Fraktionsvorsitzende der Liberaldemokraten im britischen Parlament, Ed Davey, forderte die Londoner Polizeichefin Cressida Dick derweil zum Rücktritt auf. Die Szenen des Polizeieinsatzes seien eine Schande für die Metropolitan Police, so Davey auf Twitter.

Die stellvertretende Kommissarin der Polizei, Helen Ball, verteidigte das Vorgehen ihrer Kolleginnen und Kollegen laut „Sky News“ in einem Statement. Demnach hätten die Beamten vor Ort vor einer sehr schwierigen Entscheidung gestanden: „Hunderte von Menschen standen dicht gedrängt beieinander und stellten ein sehr reales Risiko dar, dass Covid-19 leicht übertragen werden konnte“, erklärte sie unter anderem. „Wir haben diejenigen, die dort waren, wiederholt aufgefordert, sich an das Gesetz zu halten und zu gehen. Bedauerlicherweise begann eine kleine Minderheit von Personen, die Beamten zu beschimpfen, zu schubsen und Gegenstände zu werfen.“

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Ball erklärte weiter, dass das Vorgehen der Polizei geprüft werde, um zu sehen, ob es Lehren gibt, die daraus gezogen werden können.

Leiche von Everard im Wald gefunden

Erst am Freitag war die Leiche, die in einem Waldstück in der Grafschaft Kent gefunden wurde, als die zuvor als vermisst gemeldete 33-jährige Sarah Everard identifiziert worden. Damit wurde aus Befürchtungen über ihr Schicksal traurige Gewissheit.

Zuletzt gesehen wurde sie am 3. März in der Nähe von Clapham Common, als sie in der Dunkelheit auf dem Nachhauseweg von einer Freundin war. Unter Tatverdacht steht ein 48 Jahre alter Polizist, der am Samstag dem Haftrichter vorgeführt wurde. Er muss weiter in Untersuchungshaft bleiben.

Mit dpa-Material

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