Ärger beim Schach

Weltmeister Magnus Carlsen gibt gegen Hans Niemann auf – nach nur einem Zug

Schachweltmeister Magnus Carlsen bei einer Partie (Archivbild).

Schachweltmeister Magnus Carlsen bei einer Partie (Archivbild).

Ein Skandal um Magnus Carlsen und Hans Niemann hält die Schachwelt in Atem: Anfang September war der norwegische Schachweltmeister Carlsen nach einer überraschenden Niederlage gegen den 19-jährigen Amerikaner Niemann aus dem kompletten Turnier ausgestiegen. Eine Erklärung gab der 31-jährige Carlsen dazu nicht ab.

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Er postete lediglich eine kurze Youtube-Sequenz via Twitter. Darin ist Fußballtrainer José Mourinho zu sehen, der in einem anderen Zusammenhang sagt: „Ich ziehe es vor, nicht zu sprechen. Wenn ich spreche, habe ich große Probleme. Und ich möchte keine großen Probleme haben.“

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Viele Schachexpertinnen und -experten lasen daraus, dass Carlsen dem 19-jährigen Großmeister Niemann Betrug unterstellt. Dieser Verdacht habe sich in Fachkreisen „fast überall durchgesetzt“, berichtete die Schachnachrichtenseite „Chessbase“ Anfang September. Gegen Niemann seien daraufhin scharfe Betrugsvorwürfe im Netz ohne Beweise erhoben worden, berichtete der „Spiegel“.

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Der US-amerikanische Schachgroßmeister Hikaru Nakamura befeuerte den Betrugsverdacht gegen Niemann. Er analysierte einige Züge von Niemann sowie dessen Aussagen nach dem Spiel. Sein Ergebnis: Etwas passt nicht zusammen.

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Auch andere, wie der Schweizer Schachgroßmeister Noël Oliver Studer, zeigten sich irritiert und verunsichert: „Nachdem ich mir viele Aufnahmen angesehen habe, bin ich immer noch verwirrt“, twitterte der Schweizer kurz nach dem Zusammentreffen der beiden Schachgrößen.

Erschwerend kam für den 19-jährigen Niemann hinzu, dass er bereits in der Vergangenheit bei Spielen betrogen haben soll, wie die britische Tageszeitung „The Guardian“ berichtete. Den Betrug habe der Amerikaner laut Zeitung eingeräumt.

Überraschender Eklat bei erneutem Zusammentreffen

Angesichts dieser Vorgänge schaute die Schach-Community nun gebannt auf das erneute Aufeinandertreffen von Carlsen und Niemann bei einem Onlineturnier und wurde nach kurzer Zeit Zeuge des nächsten Eklats: Nach nur einem Zug gab Schachweltmeister Magnus Carlsen auf und beendete den Videostream. Das zeigt ein Video auf dem Twitter-Kanal der Meltwater Champions Chess Tour.

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Die Reaktionen auf Carlsens Verhalten fallen überrascht und kritisch aus: Großmeister Péter Lékó aus Ungarn sagte in einer Übertragung der Partie, er sei „sprachlos“, und der britische Großmeister David Howell kommentierte: „Es sind einfach bizarre, bizarre Zeiten.“ Das berichtet der „Spiegel“ über die überraschende Entwicklung der kurzen Partie.

Die internationale Schachgroßmeisterin Jovanka Houska wirft Carlsen vor, durch sein Verhalten „mehr Öl ins Feuer zu gießen“, berichtet das Portal „Chess24″. „Er kann nicht einfach sagen: ‚Ja, ich glaube, du hast geschummelt‘ und eine Hexenjagd einleiten“, so Houska weiter. Die englische Schachspielerin fordert Beweise.

Kritik aus deutschen Fachkreisen

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Auch in deutschen Fachkreisen wird Kritik an Carlsens Verhalten geäußert: Der Präsident des Berliner Schachverbands, Paul Meyer-Dunker, twitterte: „Anstatt sich zu äußern, beschließt Magnus Carlsen, Hans Niemann auf eine Art und Weise unter den Bus des Internetmobs zu werfen, die es ihm unmöglich macht, sich fair dagegen zu wehren. Aus großer Macht folgt große Verantwortung. So sollte Carlsen nicht damit umgehen.“

RND/lin

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