Polizeischutz für mutmaßlichen Mafiaboss in Hannover: Liegt etwa eine Verwechslung vor?

  • Seit rund einer Woche soll das mutmaßliche Mafiamitglied Igor K. aus Montenegro in einer Klinik in Hannover medizinisch behandelt werden.
  • Nun äußert sich der Rechtsanwalt der Angehörigen des Mannes und behauptet: Bei dem Mann, der in dem Krankenhaus behandelt wird, handele es sich um kein Mitglied des organisierten Verbrechens.
  • Vielmehr soll es sich hierbei um eine fatale Verwechslung handeln.
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Hannover. Die Behandlung eines mutmaßlichen Mafiamitgliedes in einem Krankenhaus in Hannover sorgt seit rund einer Woche für Diskussionen. Nun meldet sich der Rechtsanwalt der Ehefrau des 35-jährigen Mannes, der medizinisch versorgt wird und Polizeischutz erhält, zu Wort. Wie die “Hannoversche Allgemeine Zeitung” berichtet, soll es sich laut Aussagen des Anwalts bei dem Mann um kein Clan-Mitglied handeln: “Der Mann meiner Mandantin ist nicht vorbestraft und hat nichts mit der Mafia in seinem Heimatland zu tun”, sagt der Strafverteidiger gegenüber der HAZ.

Schützt die Polizei seit einer Woche den Falschen?

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Igor K. wird seit einigen Tagen in der Unfallchirurgie der Medizinischen Hochschule Hannover behandelt. Ende Januar war er nahe der montenegrinischen Hauptstadt Podgorica angeschossen und lebensgefährlich verletzt worden. Laut Aussagen des Rechtsanwalts soll bereits bei diesem Anschlag eine Verwechselung zugrunde gelegen haben. Der Ehemann seiner Mandantin stamme aus einer gut situierten Familie – weder er noch seine Mandantin können sich erklären, warum auf den Mann geschossen wurde.

Laut Angaben der Ehefrau des Verletzten gebe es in Montenegro einen weiteren Mann namens Igor K. Dieser soll 15 Jahre älter als ihr Ehemann und zudem vorbestraft sein. Besagtem K. sollen auch Kontakte zum organisierten Verbrechen nachgesagt werden. Auch für die Tatsache, dass ihr Mann in Montenegro mit einer 30-köpfigen Polizeieskorte vom Krankenhaus zum Flughafen begleitet worden ist, soll es laut der Ehefrau eine plausible Erklärung geben. Wie der Anwalt der Frau mitteilen lässt, seien solche Aufgebote nach einem Anschlag dieser Art normal.

Ob in dem Fall um Igor K. tatsächlich eine Verwechslung vorliegt, wird nun geprüft. Fest steht: Sind die Angaben des Juristen und seiner Mandantin wahrheitsgemäß, schützt die Polizeidirektion Hannover seit gut einer Woche mit zum Teil schwer bewaffneten Beamten den falschen Mann.

RND/liz/Tobias Morchner

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