Mafia in der Corona-Krise: “Teil des Geschäfts bricht weg”

  • Die Corona-Pandemie macht auch vor der organisierten Kriminalität nicht Halt.
  • In Italien, wo die Mafia große Macht ausübt, sinkt aktuell die Zahl der Verbrechen.
  • Experten fürchten, dass dieser Zustand nicht lange anhalten wird.
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Die Corona-Krise hat Italien im Griff - wegen der Ausgangsbeschränkungen steht das öffentliche Leben weitgehend still. Darunter leiden auch die mächtigen Mafia-Clans - allen voran die Kokain-Schmuggler der 'Ndrangheta. Doch Experten warnen davor, den Überlebenswillen der einheimischen Kriminellen zu unterschätzen.

„Sie akzeptieren, dass ihnen ein Teil des Geschäfts wegbricht, und sie warten auf bessere Zeiten“, erklärt der Chef der italienischen Anti-Mafia-Polizei DIA, General Giuseppe Governale, der Deutschen Presse-Agentur. „Es gibt ein altes sizilianisches Sprichwort, das zur gegenwärtigen Lage passt“, sagt der in Palermo geborene Governale: „Calati junco, ca passa la china. (etwa: Beuge das Schilf, bis die Flut vorüber ist.)“ Wie schon während der Cholera-Epidemien des 19. Jahrhunderts oder während des Zweiten Weltkriegs hielten auch jetzt die Gangster die Füße still. Doch sie würden zurückkommen, meint der General.

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Mehrere kriminelle Gruppierungen

In den südlichen Regionen Italiens sind neben der 'Ndrangheta in Kalabrien weitere kriminelle Gruppierungen aktiv. Die größten sind die Cosa Nostra in Sizilien, die Camorra in Kampanien um Neapel herum sowie die Sacra Corona Unita in Apulien. Dabei sah es zuletzt nicht gut aus für die Mafia.

RND/dpa

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