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Mädchen mehrfach schwer missbraucht: Bewährungsstrafe für 50-Jährigen

  • Ein Mann soll ein 13-jähriges Mädchen im Jahr 2015 mehrfach schwer missbraucht haben.
  • Das Kieler Landgericht verurteilt den 50-Jährigen nun zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren.
  • Die milde Strafe sei unter anderem wegen „glaubhafter Reue“ möglich geworden.
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Kiel. Wegen mehrfachen sexuellen Kindesmissbrauchs, davon in fünf Fällen schwer, ist ein 50-jähriger Mann aus Cottbus (Brandenburg) zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden. Die Jugendkammer des Kieler Landgerichts sprach am Donnerstag von einem ungewöhnlichen Fall - auch aufgrund einer besonderen Beziehung zwischen dem Angeklagten und der zur Tatzeit im Jahr 2015 noch 13-Jährigen.

Milde Strafe wegen „glaubhafter Reue“

Die milde Strafe, der eine Verständigung zwischen allen Beteiligten vorausging, sei vor allem durch das „aufrichtige, selbstkritische und von glaubhafter Reue getragene Geständnis“ möglich geworden, sagte die Vorsitzende Richterin. Der Angeklagte sicherte zudem ein Schmerzensgeld von mindestens 8000 Euro zu. Auch die überlange Verfahrensdauer von sechs Jahren wirkte strafmindernd. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig (Az.: 2 KLs 561 Js 41919/15).

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„Das Besondere des Falles war, dass es eine Beziehung gab, wenn auch nicht auf Augenhöhe und auch keine, die es geben durfte“, sagte die Richterin. Mit dem Urteil habe sich „das Gericht keinen leichten Fuß gemacht“. Es gebe Tausende Seiten Chatverläufe, bevor es von März bis Mai 2015 im Kreis Plön zum verbotenen Geschlechtsverkehr kam.

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Staatsanwaltschaft forderte mehr als zwei Jahre

Die letzte angeklagte Tat fand dabei einen Tag vor dem 14. Geburtstag des Mädchens statt. Danach wäre der Geschlechtsverkehr straffrei geblieben. Das Mädchen habe zudem ihr Einverständnis signalisiert, was die Schuld mindere.

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Das Gericht folgte mit dem Urteil dem Antrag der Verteidigung. Die Staatsanwältin hatte zwei Jahre und vier Monate beantragt. Auch sie wertete die Fälle rechtlich als minder schwer. In der Verständigung war dem Angeklagten ein Strafrahmen von zwei Jahren bis zwei Jahre und neun Monate zugesagt worden.

RND/dpa

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