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Illegale Corona-Impfung in Lübeck: vier Männer unter Verdacht

  • Nach der illegalen Impf-Aktion am Lübecker Flughafen ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen vier Beschuldigte.
  • Verabreicht worden sein soll den Menschen dort der nicht zugelassene Impfstoff des Mediziners Winfried Stöcker.
  • Der lässt mitteilen, er habe vor Ort nicht selbst geimpft.
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Lübeck. Nach einer unzulässigen Impfaktion am Lübecker Flughafen am Wochenende prüft die Staatsanwaltschaft jetzt einen Anfangsverdacht wegen einer Straftat nach dem Arzneimittelgesetz. Den Angaben zufolge besteht der Verdacht, dass der Impfstoff nicht zugelassen ist. Die Vorwürfe richten sich gegen vier Männer im Alter von 81, 80, 74 und 61 Jahren, wie die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Ulla Hingst, am Montag sagte.

Die Männer seien in den Kreisen Segeberg und Herzogtum Lauenburg wohnhaft. Der Sachverhalt bedürfe noch der weiteren Aufklärung, sagte Hingst. Deshalb werde es zunächst keine weiteren Angaben geben.

Bericht: Menschen erhielten Stöcker-Impfstoff

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Der Flughafen gehört dem Unternehmer und promovierten Mediziner Winfried Stöcker (74), der einen eigenen Impfstoff gegen das Coronavirus entwickelt hat. Im April 2020 hatte sein Büro bestätigt, dass er diesen im Selbstversuch erforscht. Nach Informationen der „Lübecker Nachrichten“ wurde bei der Aktion am Samstag der nicht zugelassene Stöcker-Impfstoff verabreicht.

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Stöckers Anwalt Wolfgang Kubicki sagte der Zeitung, sein Mandat habe sich nichts zuschulden kommen lassen. „Herr Stöcker hat mir gegenüber erklärt, er habe selber nicht geimpft.“ Damit sei ihm auch nichts vorzuwerfen.

Stöcker selbst sagte der „Bild“-Zeitung, zwei Ärzte hätten bei der Impf-Aktion geimpft. Ärzte hätten „das Recht, sich einen Stoff zusammenzumischen, von dem sie glauben, dass er dem Menschen hilft“. Die Formeln für seinen Impfstoff hatte der Mediziner auf seiner Homepage veröffentlicht.

Die Polizei und der Ordnungsdienst der Hansestadt Lübeck hatten am Samstag die Impfaktion am Flughafen Lübeck beendet und Proben des Impfstoffs, genutzte Spritzen sowie Impflisten sichergestellt. Zu dem Zeitpunkt hätten sich etwa 150 Impfwillige im Flughafengebäude und weitere 80 vor dem Gebäude aufgehalten, sagte ein Polizeisprecher. Nach Angaben der Polizei waren die Wartenden sehr unzufrieden mit der Aktion von Polizei und Ordnungsdienst gewesen.

RND/dpa/seb

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