Unwetter-Liveblog: Im Sturm ausgebüxtes Känguru ist tot

  • Orkantief „Sabine“ ist abgezogen, hat aber seine Spuren in Deutschland hinterlassen.
  • Neue Unwetter ziehen bereits auf.
  • Alle Entwicklungen im Liveblog.
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Nach teils schweren Unwettern durch Orkantief „Sabine“ zum Wochenstart bleibt das Wetter in Deutschland vorerst ungemütlich. In weiten Teilen des Landes gab es in der Nacht zu Mittwoch Glatteis. An der Küste gibt es neue Sturmfluten, der Fischmarkt in Hamburg steht wieder unter Wasser. Vor allem in den Hochlagen drohen neue Orkanböen. Hier halten wir Sie über aktuelle Meldungen zum Wetter im Liveblog auf dem Laufenden.

Live-Ticker
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  • 12.02.20 19:33

    Vor Waldspaziergängen wird gewarnt


    In Hessens Wäldern hat Tief "Sabine" geringere Schäden angerichtet als die schweren Stürme "Kyrill" (2007) und "Friederike" (2018). Es seien vor allem einzelne Bäume umgeworfen worden, sagte Michelle Sundermann, Sprecherin von Hessen Forst in Kassel. Größere Flächen mit Sturmschäden gebe es nach einer ersten Einschätzung der hessischen Forstämter nicht. Das genaue Ausmaß sei aber noch unklar, weil viele Wege unpassierbar seien. Von Spaziergängen im Wald rate man weiter ab.
  • 12.02.20 17:45

    Vier Sturmfluten in direkter Folge


    Eine ungewöhnliche Serie von Sturmfluten macht den ostfriesischen Inseln und der niedersächsischen Nordseeküste weiter zu schaffen. Anhaltend hohe Windgeschwindigkeiten und eine konstante Westwindlage sorgten seit Montag für bislang vier Sturmfluten in direkter Folge, teilte der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) am Mittwoch mit. Statistisch gesehen tritt eine leichte Sturmflut bis zu zehn Mal im Jahr, eine schwere Sturmflut etwa alle zwei Jahre einmal auf. "Die Küstenschutzanlagen in Niedersachsen sind sehr gut auf Ereignisse dieser Art vorbereitet", sagte ein NLWKN-Sprecher. Auch für die Nacht zum Donnerstag wurden erhöhte Wasserstände erwartet. Diese sollten nach den Prognosen aber nur noch die Stärke einer leichten Sturmflut erreichen. Danach wird vorerst eine Wetterberuhigung erwartet.
    Eine genaue Beurteilung möglicher Schäden auf den Inseln soll nach einem Abklingen der Sturmfluten erfolgen, teilte der NLWKN mit. Begutachtet werden soll dann auch, ob sich daraus Konsequenzen für die Küstenschutzarbeiten im Sommer ergeben. (dpa)
  • 12.02.20 16:17

    Abgeflauter Wind nur Ruhe vor dem nächsten Sturm


    Das Abflauen des Windes am Mittwochabend und Donnerstag könnte lediglich eine Atempause sein. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes deutet sich am Sonntag erneut eine Sturmlage für große Teile Deutschlands an. "Für Details ist es allerdings noch etwas zu früh", sagte Jens Bonewitz von der Wettervorhersagezentrale des Deutschen Wetterdienstes am Mittwoch.
  • 12.02.20 16:15

    Ladung geht im Sturm über Bord - Container aufgebrochen

    Nicht fünf sondern sieben Container hat ein Frachter nach Behördenangaben im Sturm vor der niederländischen Küste verloren. Die Unglücksstelle in der Nordsee liege etwa 43 Kilometer nördlich der Insel Ameland, teilte die niederländische Küstenwache am Mittwoch in Den Helder mit. Zur Unglücksursache gab es keine Informationen. Mindestens zwei der Behälter sollen aufgebrochen sein. Wie viel Ladung ins Meer gespült wurde, war am Mittwoch noch unklar.Das niederländische Schiff kam aus Kotka in Finnland und war auf dem Weg nach Rotterdam. Auch das Maritime Lagezentrum des deutschen Havariekommandos wurde über den Unfall informiert, wie eine Sprecherin in Cuxhaven sagte. Es werde aber nicht erwartet, dass Container oder Ladung in deutsche Hoheitsgewässer treiben.Auf den nahe gelegenen Wattenmeerinseln ist die Sorge vor einer erneuten Havarie groß. Anfang Januar 2019 hatte der Containerriese "MSC Zoe" auf der Fahrt von den Niederlanden Richtung Deutsche Bucht im Sturm mehr als 340 Container verloren. Vor allem tonnenweise Plastikwaren, aber auch Kühlschränke, Autoteile und Verpackungsmüll hatten daraufhin die Strände und Dünen verschmutzt. Noch immer sind nicht alle Reste beseitigt. Der offizielle Abschlussbericht zu diesem Unglück steht noch aus. (dpa)
  • 12.02.20 14:45

    Erste Schadensbilanz zu "Sabine"


    Forstämter und Versicherungen haben eine erste Bilanz von Orkantief „Sabine“ gezogen. Dem Versicherer R+V zufolge ist der Sturm glimpflicher ausgegangen als erwartet. Bis Mittwochmorgen hätten Kunden mehr als 15 000 Schäden mit einer Schadensumme von rund 25 Millionen Euro gemeldet, teilte der Versicherer in Wiesbaden mit. Die meisten Schäden habe es in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden-Württemberg und Bayern gegeben. R+V-Chef Norbert Rollinger erwartet nach weiteren Schadensmeldungen in den kommenden Tagen ein Schadensvolumen von mehr als 50 Millionen Euro. (dpa)
  • 12.02.20 14:41

    Auch am Donnerstag gibt es glatte Straßen


    Auch beim Start in den Donnerstag sollten Autofahrer mit glatten Straßen rechnen. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sinken die Temperaturen teils auf Null Grad, im Bergland wird es noch kälter. Die Meteorologen warnen bis in die Niederungen vor überfrierender Nässe. Am Vormittag soll es dann von Westen her neuen Niederschlag geben. Allerdings steigt Schneefallgrenze und Schnee soll es nur noch in Hochlagen geben. Die Höchsttemperaturen liegen bei bis zu sieben Grad, im Bergland um die zwei Grad. (dpa)
  • 12.02.20 13:17

    Im Sturm ausgebüxtes Känguru wurde wohl Opfer eines Fuchses

    Das infolge des Orkantiefs „Sabine“ in Baden-Württemberg ausgebüxte Känguru ist tot. Die Besitzer fanden das leblose Tier in der Nähe seines Geheges in Horb am Neckar, wie eine Sprecherin des örtlichen Tierschutzvereins am Mittwoch mitteilte. Vermutlich habe ein Fuchs das Känguru gerissen. Zunächst hatten mehrere Medien darüber berichtet. Das Känguru war in der Nacht zum Montag davongelaufen, nachdem Windböen die Zäune des Geheges in einem privaten Garten auseinandergerissen hatten. (dpa)
  • 12.02.20 12:41

    Wechselhaftes Wetter in den nächsten Tagen

    Das Wetter in Deutschland zeigt sich auch in den nächsten Tagen eher wechselhaft und windig. „Es bleibt ungemütlich und in den Niederungen wenig winterlich“, sagte Meteorologe Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst (DWD) am Mittwoch in Offenbach. Der Donnerstag startet zwar im Osten noch freundlich, doch dann kommt von Westen verstärkt Niederschlag auf. Auch der Wind frischt laut DWD wieder auf. In höheren Lagen sind erneut Sturmböen, auf den Gipfeln auch orkanartige Böen möglich. (dpa)
  • 12.02.20 11:15

    Umgeknicktes Kranteil von Dach des Frankfurter Doms geborgen

    Das auf ein Dach des Frankfurter Doms gestürzte Kranteil ist geborgen worden. Mit Hilfe zweier Autokräne wurde der tonnenschwere Ausleger am Mittwoch heruntergehievt. Während des Orkantiefs „Sabine“ war das Kranteil in der Nacht zum Montag auf das Dach gekracht. Welcher Schaden dadurch angerichtet wurde, ist nach Angaben der Stadt Frankfurt weiterhin unklar. Weil das Wetter zunächst weiterhin stürmisch war, musste die Bergungsaktion warten. (dpa)
  • 12.02.20 10:58

    Serie von Sturmfluten hat an Schleswig-Holsteins Nordseeküste genagt

    Mit einer Serie von Sturmfluten hat Orkantief „Sabine“ an Schleswig-Holsteins Nordseeküste genagt. Der „Blanke Hans“ beschädigte Deiche und riss Sand von den Stränden. Zum Ausmaß der Schäden gibt es man nach Angaben des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) jedoch noch keine Erkenntnisse. Denn „wir erwarten noch eine Sturmflut. Bis dahin können wir nur wahrnehmen, aber nicht messen“, sagte LKN-Direktorin Birgit Matelski am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Am Donnerstag sollen Vermessungstrupps und ein Morphologe die Schäden untersuchen. (dpa)
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Nach Sturmtief „Sabine“: Schwere Sturmfluten, Sturmböen und Glatteis

Eine schwere Sturmflut hat am Mittwoch Hamburg erreicht. Der Fischmarkt lag zwischenzeitlich komplett unter Wasser. Nach dem Sturmtief "Sabine" war der Hafen in Hamburg bereits dreimal überschwemmt worden. Eine Sprecherin des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie sagte am Morgen, dass die Pegelstände in der Hansestadt mehr als zwei Meter höher als lagen als das mittlere Hochwasser.

An der gesamten Nordseeküste lagen die Pegelstände zudem rund eineinhalb Meter höher als das mittlere Hochwasser. Auf der beliebten Nordeeinsel Wangeroog hat Sturmtief Sabine schwere Schäden angerichtet. Der Strand wurde von den heftigen Sturmwellen um ein ganzes Stück weggespült. Was derzeit noch Schaulustige anzieht, könnte im Sommer eine Katastrophe für den Tourismus der Region darstellen. Die Sturmfluten können noch bis Donnerstag andauern und weitere Schäden an der deutschen Nordseeküste verursachen.

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch kam es in weiten Teilen Deutschlands zudem zu Glatteis. Dabei kam es zu vielen Unfällen und Chaos auf den Straßen. Die A45 in Nordrhein-Westfalen war komplett gesperrt.

Autofahrer und Fußgänger sollten Vorsicht walten lassen

Von Sonntag auf Montag zog das Sturmfeld weiter Richtung Süden. Selbst im Flachland wurden Böen mit Windstärke elf bis zwölf, also 103 bis 120 Stundenkilometer vorausgesagt. Noch heftiger sollte sich Orkan „Sabine“ über den Bergen austoben: Mit 120 bis 150 Stundenkilometern fegten dort die Böen in der Nacht zu Montag über die Gipfel.

Auch der Regen wurde in der Nacht auf Montag kräftiger. Begleitet wurde der Orkan vielerorts von heftigen Schauern, Gewittern und Hagel. Aufgrund einer Kaltluftfront gingen die starken Niederschläge in den Mittelgebirgen am Montag außerdem teils in Schnee über.

„Autofahrer und Fußgänger müssen besonders aufpassen“, warnt Siebert-Sperl. In ganz Deutschland besteht die Gefahr von umstürzenden Bäumen, herabgewehten Ziegeln und abgebrochenen Ästen. Der Straßen- und Bahnverkehr im ganzen Land wird aller Voraussicht nach stark beeinträchtigt.

Außergewöhnlich sei die Situation in Anbetracht der Jahreszeit allerdings nicht, sagt Siebert-Sperl: „So eine Wetterlage ist für den Februar nicht ungewöhnlich. Da sind Winterstürme keine Seltenheit.“

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Der deutsche Wetterdienst hatte auf Twitter unlängst eine Unwetterprognose zum Sturm „Sabine“ gepostet. Dort ist klar zu erkennen, wann und wo es in Deutschland zu Orkanen beziehungsweise Stürmen kommen kann.

Sturm „Sabine“: Welche Parallelen gibt es zu Orkan „Xaver“?

Das Sturmtief dürfte in jedem Fall mit einer äußerst zerstörerischen Kraft auf Deutschland treffen. Meteorologen ziehen schon jetzt Parallelen zu dem Unwetter, das uns 2013 im Zusammenhang mit dem Jahrhundertorkan „Xaver“ getroffen hatte:

1. Sturmtief entsteht über dem Nordatlantik

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Sturmtief „Sabine“ entsteht, wie „Xaver“, über dem Nordatlantik, südlich von Grönland. Dort hat sich ein extrem starker Jetstream gebildet, aus dem sich das Sturmtief bildet. Die starken Winde treiben das Sturmtief nach Deutschland, auch bedingt durch den Polarwirbel.

2. Zugbahn des Sturms

Auf der Zugbahn des Sturms „Xaver“ lagen seinerzeit hauptsächlich Mittel- und Nordeuropa. Ähnlich wie beim anstehenden Sturmtief: Auf der Zugbahn von „Sabine“ befindet sich neben den britischen Inseln, Skandinavien und den Benelux-Staaten auch Deutschland.

3. Windspitzen

Die Wetterstationen in Schottland verzeichneten 2013 die absolute Rekordwindböe mit 229 km/h. „Xaver“ fegte damals auch über Deutschland in Orkanstärke hinweg, damals wurden auf Sylt Spitzenwerte von immerhin 174 km/h erreicht. Für das bevorstehende Unwetter werden laut dem DWD schwere Orkanböen für Sonntag und Montag mit Durchschnittswerten von bis zu 140 km/h im Tiefland und bis zu 160 km/h in höheren Lagen erwartet.

4. Kälteeinbruch

Nach dem Durchzug der Kaltfront von Sturmtief „Xaver“ folgte 2013 ein Wintereinbruch. Auch hier sind Parallelen zu erkennen, da Meteorologen nach dem Sturm „Sabine“ ähnliche Verhältnisse mit niedrigeren Temperaturen und Schnee erwarten.

Video
Videografik: So entsteht das Wetter
1:40 min
Kalte und warme Luftmassen zirkulieren in der Atmosphäre. Wenn sie zusammentreffen, entstehen verschiedene Wetter-Phänomene.  © AFP

RND/kast/dpa

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