Lippenstiftverbot an Uni: Pakistanische Studentinnen protestieren

  • Das Verbot von Lippenstift an einer pakistanischen Hochschule hat Proteste ausgelöst.
  • Nutzer in sozialen Medien bezeichneten die Anordnung als "rückschrittlich" und "unterdrückend".
  • Bereits in der Vergangenheit hatte es immer wieder Versuche gegeben, Studentinnen Vorschriften über ihr Äußeres zu machen.
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Islamabad. Ein Lippenstiftverbot an einer Universität in Pakistan hat zu einem Aufschrei in sozialen Medien geführt. Die Hochschule von Azad Jammu und Kaschmir im pakistanisch kontrollierten Teil der umstrittenen Region Kaschmir hatte in einem Rundschreiben angeordnet, dass Studentinnen keinen Lippenstift mehr tragen dürfen. Nutzer in sozialen Medien bezeichneten die Anordnung als "rückschrittlich" und "unterdrückend".

Aktivistinnen verurteilten den Schritt scharf. "Diese Entscheidung spiegelt wider, dass Konservatismus und Radikalisierung in der Gesellschaft auf dem Vormarsch sind", sagte Farzana Bari. Sie erinnerte daran, dass es bereits in der Vergangenheit immer wieder Versuche gegeben haben, Studentinnen Vorschriften über ihr Äußeres zu machen. Pakistanische Frauen gingen aber trotz aller Widrigkeiten dagegen an.

Im September hatten die Behörden im Nordwesten Pakistans nach Protesten eine Anordnung zurückgezogen, nach der Schulmädchen bereits ab der ersten Klasse ihren Körper und Kopf nach islamischer Tradition mit weiter Kleidung und Kopftuch oder einer Burka, die auch das Gesicht verhüllt, bedecken hätten müssen.

RND/dpa

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