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„Liebende von Modena“: Händchen haltende Skelette waren Männer

  • Ein archäologischer Fund von vor zehn Jahren beschäftigt erneut die Forscher.
  • Die Händchen haltenden Skelette aus dem sechsten Jahrhundert – bekannt als „Liebende von Modena“ – waren nicht, wie vermutet, Mann und Frau.
  • Daraus lassen sich wiederum neue Erkenntnisse gewinnen.
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Bologna. Vor zehn Jahren wurden die „Liebenden von Modena“ gefunden: zwei Skelette aus dem sechsten Jahrhundert, die Händchen halten. Nun beschäftigt der archäologische Fund erneut die Forscher. Denn: Wissenschaftler der Universität Bologna haben herausgefunden, dass es sich bei den beiden Toten nicht, wie zunächst vermutet, um Mann und Frau handelt, sondern um zwei Männer.

Die Deutung des Fundes als Symbol ewiger Liebe zwischen Mann und Frau ist damit hinfällig. Unklar ist auch, in welcher Beziehung die beiden toten Männer vor rund 1500 Jahren zueinander gestanden haben – ob sie ein homosexuelles Paar waren, Freunde, Brüder oder zwei im Kampf Gefallene.

Forscher aus Bologna untersuchten erneut die „Liebenden von Modena“

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Die Forscher aus Bologna, die sich die Knochen noch mal vorgenommen haben, berichten im Fachmagazin „Scientific Reports“ sowie im eigenen Unimagazin, wie sie zu ihrer neuen Erkenntnis kamen. Demnach nutzten sie eine Methode, bei der das Protein aus dem Zahnschmelz der Skelette für Chromosomenanalysen genutzt wird. „Wir sind aufgrund der Proteinanalyse sicher, dass es sich jeweils um männliche Individuen handelt“, schreibt das Team um Federico Lugli in dem Bericht.

Und weiter: „In der Vergangenheit wurden mehrere Gräber mit Hand in Hand liegenden Skeletten gefunden, aber in allen Fällen handelte es sich um einen Mann und eine Frau. Was die beiden Individuen des Modena-Grabes verbunden hat, bleibt für den Moment ein Rätsel.“

Dafür, dass die zwei Skelette früher einmal Kriegskameraden waren, könnte dem Bericht zufolge sprechen, dass an weiteren Toten, die auf demselben Friedhof gefunden wurden, Spuren von Gewalteinwirkung erkannt wurden.

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RND/hsc