Libanese ersteigert Hitler-Besitz und übergibt ihn Israel

  • 600.000 Euro hat ein Libanese bei einer Versteigerung in Gegenstände aus dem Besitz von Hitler investiert.
  • Er wollte auf diese Weise verhindern, dass die Sachen in die falschen Hände geraten.
  • In Israel ist er dafür mit höchsten Ehren empfangen worden.
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Jerusalem. Er wollte nicht, dass die Sachen in die falschen Hände geraten: Ein libanesischer Geschäftsmann, der bei einer Versteigerung in München Gegenstände aus dem Besitz von Adolf Hitler für 600.000 Euro gekauft hat, ist in Israel mit höchsten Ehren empfangen worden. Abdallah Chatila, der die Objekte gezielt für Israel ersteigert hatte, traf am Sonntag den Staatspräsidenten Reuven Rivlin in Jerusalem.

"Ihre Spende ist von größter Bedeutung in dieser Zeit, in der Leute versuchen, historische Wahrheiten zu leugnen", sagte Rivlin nach Angaben seines Büros. "Die Gegenstände, die Sie großzügig (der Holocaust-Gedenkstätte) Yad Vashem zur Verfügung stellen, werden dabei helfen, das Holocaust-Gedenken der nächsten Generation, die keine Überlebenden mehr treffen wird, zugänglich zu machen."

Versteigerung hatte Kritik von Seiten jüdischer Organisationen ausgelöst

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Die Versteigerung von Gegenständen aus dem Besitz ranghoher Nazis im vergangenen Monat hatte Kritik auch von Seiten jüdischer Organisationen ausgelöst.

Der in der Schweiz lebende Libanese hat insgesamt zehn Gegenstände gekauft, darunter Hitlers Faltzylinder, eine Ausgabe von Hitlers "Mein Kampf", eine Zigarrenkiste, Briefe und eine Schreibmaschine.

Chatila sagte dem israelischen Präsidenten, er verstehe die Wichtigkeit für das jüdische Volk, "aber ich denke, es gibt eine breitere Botschaft für die ganze Welt, dass "Nie wieder" nicht nur ein leerer Slogan ist".

"Verhindert, dass diese Objekte in die falschen Hände fallen"

Nach den Worten von Avner Schalev, Vorsitzender von Yad Vashem, hat Chatila mit seinem Vorgehen "verhindert, dass diese Objekte in die falschen Hände fallen". Yad Vashem wolle die Gegenstände aufbewahren, aber nicht als Sammlung ausstellen, "um Phänomene von Verehrung für Hitler und die Nazi-Partei zu verhindern", sagte Shalev nach Angaben der Nachrichtenseite ynet. Es sei aber durchaus denkbar, "dass ein Teil der Gegenstände in einem erzieherischen Kontext gezeigt werden, um auch die Geschichte der Nazis zu erzählen".

RND/dpa

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