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Corona-Demo in Leipzig: Bündnis will Tausenden “Querdenkern” Aufenthalt vermiesen

Polizisten stehen in München bei einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen neben den Demonstranten, die u.a. ein Schild "Keine Hygiene-DDR!" mit sich führen.

Leipzig. Bundesweit wird eine Demonstration der “Querdenken”-Bewegung gegen die Corona-Maßnahmen am Samstag beworben. „Es wird mit bis zu 20.000 Teilnehmern gerechnet“, zitiert die Leipziger Volkszeitung (LVZ) einen Sprecher der Stadtverwaltung. Eine Absage der Veranstaltung unter dem Motto „Friedliche Evolution“ ist unwahrscheinlich. Sachsens Justizministerin sagte erst kürzlich, dass stationäre Demos mit Masken und Mindestabstand auch aktuell weiter möglich sind.

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Einige anreisende Teilnehmer der Demo sollen bereits Zimmer in Leipziger Hotels gebucht haben – und zwar ganz legal. Zwar gilt die Corona-Schutzverordnung, die Reisen für touristische Zwecke untersagt und Beherbergungen ohne „triftige Gründe“ nicht empfiehlt. Allerdings zählt die Teilnahme an einer genehmigten Versammlung nicht als touristischer Zweck, zitiert die „LVZ“ das sächsische Sozialministerium.

Bündnis will „menschengefährdende Wissenschaftsleugner“ nicht dulden

Vor Ort erwartet die „Querdenker“ dennoch heftiger Gegenwind. Das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ ruft zum Protest gegen die Demo am Samstag auf. Die zentrale Protestkundgebung finde am Mittag auf dem Augustusplatz statt, kündigte das Netzwerk am Montag in Leipzig an. „Wir rufen zum entschlossenen Protest auf und auch dazu, überall, wo es möglich ist, ihnen die Anreise und den Aufenthalt in unserer Stadt zu vermiesen“, erklärte Organisatorin Irena Rudolph-Kokot.

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„Wir dulden in unserer Stadt weder menschengefährdende Wissenschaftsleugner, noch die hier im Strom mitschwimmende und in Teilen den Protest übernehmende extreme Rechte“, betonte sie. Unter anderem rief der Verschwörungstheoretiker Attila Hildmann dazu auf, dass sich in Leipzig die „alten Ostgebiete des Deutschen Reiches gegen die ‚Neue Welt Ordnung‘ von Bundeskanzlerin Angela Merkel stellen sollen“, wie die „LVZ“ schreibt.

Nachdem sich das bundesweite „Querdenken“-Netzwerk konsequent einer Abgrenzung nach rechts verweigere, hätten auch unzählige rechte Organisationen bis hin zu AfD, NPD und der neurechten Publikation „Compact“ zur Teilnahme an dem Anti-Corona-Protest aufgerufen, fügte sie hinzu.

Berlin-Demo sorgte für Schlagzeilen

Kritik an den einzelnen Maßnahmen sei und bleibe legitim, erklärte das Bündnis. Sich mit Menschenfeinden gemein zu machen, sei indes eine „Grenzüberschreitung“. Dessen müssten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Proteste mittlerweile bewusst sein.

Die aus Baden-Württemberg stammende Initiative „Querdenken“ wendet sich seit Monaten gegen Einschränkungen und Maßnahmen in der Corona-Pandemie. Sie hat bereits mehrfach zu bundesweiten Protesten mobilisiert. Für Schlagzeilen sorgte insbesondere eine Demonstration mit Zehntausenden Besuchern Ende August in Berlin, als Rechtsextreme mit Reichsflaggen vor den Bundestag zogen.

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RND/ak/epd

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