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Leiche lag acht Jahre in Wohnung: Nachbarn bedienten sich am Konto des Toten

  • Der Fall eines Toten, der acht Jahre lang unentdeckt in seiner Wohnung lag, sorgte bundesweit für Schlagzeilen.
  • Jetzt ermittelt die Polizei wegen Betrugs und Verletzung des Briefgeheimnisses gegen ehemalige Nachbarn.
  • Es gibt Hinweise auf illegale Abbuchungen vom Konto des Toten.
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Senden. Nach dem Fund einer Leiche, die rund acht Jahre in einer Wohnung in Senden im Münsterland gelegen hat, ermittelt die Polizei jetzt wegen Betrugs und Verletzung des Briefgeheimnisses. Beamte durchsuchten fünf Wohnungen im Kreis Warendorf, in Münster und in Senden, wie die Ermittler am Donnerstag mitteilten. Nach Angaben einer Polizeisprecherin haben die Verdächtigen einen Bezug zu ehemaligen Nachbarn des Toten in dem Hochhaus. Sie seien keine Angehörigen. Den Ermittlern zufolge wurde die Post des Mannes nach dessen Tod weiter zugestellt, von Nachbarn zunächst aufbewahrt und später entsorgt. Zudem habe die Polizei Hinweise auf illegale Abbuchungen vom Konto des Toten.

Die "Westfälische Nachrichten" berichten mit Verweis auf die Polizei, vier Männer und Frauen - darunter ehemalige Nachbarn und Bekannte von aktuellen Hausbewohnern - hätten die Briefe des mit 59 Jahren verstorbenen Mannes geöffnet, seien so an seine Kontodaten gekommen und hätten damit beispielsweise Handyverträge abgeschlossen.

Mann soll Ende 2011 oder Anfang 2012 gestorben sein

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Die Feuerwehr hatte Ende September bei einem Brandeinsatz und der Evakuierung des Hauses die Leiche in der Wohnung entdeckt. Eine Obduktion ergab keine Hinweise auf eine Gewalttat. Der Mann soll demnach Ende 2011 oder Anfang 2012 gestorben sein.

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Unklar blieb zunächst, wieso die Leiche so lange unentdeckt blieb. Nachbarn wollen bereits vor Jahren der Polizei Hinweise gegeben haben. Im elektronischen System der Ermittler können aber aus Datenschutzgründen nur Einsätze aus den vergangenen fünf Jahren abgefragt werden. Laut der Auswertung von handschriftlichen Notizen waren im März 2012 auch Beamte vor Ort, um Hinweise zu überprüfen. Sie entdeckten aber in dem Hochhaus mit 39 Wohnungen nichts Auffälliges. Zum Teil waren die Hinweisgeber beim Eintreffen der Polizei nicht mehr da.

RND/dpa

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