Lehrer wird wegen rechtsextremer Tattoos von Schule entlassen

  • Ein Oberschullehrer aus Brandenburg zeigte im vergangenen Jahr bei einer Schulveranstaltung seine rechtsextremen Tattoos.
  • Er unterrichtete dennoch ein Jahr lang weiter. Im Juli dieses Jahres wurde er in den Bereich Migration des staatlichen Schulamtes versetzt.
  • Es läuft ein Verfahren wegen öffentlicher Zurschaustellung einer verfassungswidrigen Organisation gegen den entlassenen Lehrer.
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Hennigsdorf. Bereits im vergangenen Jahr waren die rechtsextremen Tätowierungen eines Lehrers der Albert-Schweitzer-Oberschule in Brandenburg bekannt geworden. Jetzt bestätigte der stellvertretende Leiter des staatlichen Schulamtes Neuruppin, Conrad Gimpel, gegenüber der „Märkischen Oberzeitung“ (MOZ), dass der Lehrer entlassen wurde. Wie die Zeitung weiter berichtete, war der Pädagoge als Quereinsteiger an die Oberschule in Hennigsdorf gekommen. Vor einem Jahr seien seine Tattoos bereits aufgefallen, als er bei einer Schulveranstaltung an einem See bei Brandenburg mit freiem Oberkörper herumgelaufen war, berichtet die "Märkische Allgemeine Zeitung".

Auf Fotos, die der MOZ vorliegen, seien zwei eindeutig rechtsextreme Symbole auf der Brust des Lehrers zu sehen. Außerdem trage der Mann den Spruch „Meine Ehre heißt Treue“ auf seinem Bauch – den Wahlspruch der Schutzstaffel (SS). Tätowierungen dieser Art sind in Deutschland Kennzeichen einer verfassungswidrigen Organisation. Ihre öffentliche Zurschaustellung ist strafbar.

Lehrer wurde im Bereich Migration eingesetzt

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Im Juli 2019 wurde der Lehrer von der Oberschule ins staatliche Schulamt versetzt, wo er keinen Schülerkontakt mehr hatte. Aufgrund von „personellen Engpässen“ habe man ihn dort im Bereich Migration eingesetzt, teilte Conrad Gimpel der MOZ mit. Zufälligerweise sei er dort unter der Durchwahlnummer „88“ zu erreichen gewesen – eine Zahl, die unter Neonazis für „HH“ also „Heil Hitler“ steht. Gimpel betonte gegenüber der MOZ, dass die Durchwahl mittlerweile geändert wurde. Der entlassene Pädagoge arbeite mittlerweile im Bereich Konzeptionsentwicklung für Fachdidaktik/Fortbildung.

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Das Schulmotto lautet: „Schule ohne Rassismus“

Die Albert-Schweitzer-Oberschule trägt schon seit längerer Zeit das Motto „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Dennoch reagierte die Schule ein Jahr lang nicht auf die rechtsextremen Tätowierungen des Lehrers. Aktuell hat ein anonymer Elternbrief wieder auf den Fall des tätowierten Lehrers aufmerksam gemacht, wie die Märkische Allgemeine Zeitung" berichtete. Das staatliche Schulamt bestätigte der MOZ nun, dass ein Verfahren gegen den tätowierten Lehrer läuft.

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RND/al