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Lavabombe auf La Palma: Geochemiker erklärt sein spektakuläres Video

  • Gar nicht so ungewöhnlich, aber selten gefilmt.
  • Der Geochemiker Harri Geiger nimmt auf der Vulkaninsel La Palma eine rollende Lavabombe auf.
  • Gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) erklärt er sein spektakuläres Video.
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Seit mehr als sechs Wochen bricht der Vulkan auf der Kanareninsel La Palma aus. Immer wieder finden sich spektakuläre Videos von dem Ausbruch in den sozialen Medien. So auch am 28. Oktober: Harri Geiger, Geochemiker an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, veröffentlicht auf Twitter eine Aufnahme, die er tags zuvor gemacht hat.

Das Video zeigt eine Lavabombe, die durch die Eruption des Vulkanes im Gebirgszug Cumbre Vieja durch die Luft geschleudert wurde und anschließend mit großer Geschwindigkeit durch eine Aschelandschaft rollte. Der Clip wird tausendfach geliked und geteilt.

Dr. Harri Geiger auf der Kanareninsel La Palma. © Quelle: privat
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Geochemiker spricht weiter von angespannter Situation

Doch wie kam es zu der Aufnahme des Deutschen? Geiger ist Teil eines internationalen wissenschaftlichen Teams. „Wir nehmen Proben, um die chemische Entwicklung und Herkunft der Lava zu erforschen“, erklärt der Wissenschaftler dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) am Dienstagabend. Geiger selbst war vom 24. bis zum 29. Oktober auf der Kanareninsel. Am 27. Oktober machte er die spektakulären Aufnahmen der Lavabombe.

Video
Glühende Lavabombe von Vulkan auf La Palma gefilmt
0:44 min
Geochemiker Harri Geiger filmte eine Lavabombe, die auf La Palma durch die Luft geschleudert wurde.  © Reuters
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Der Geochemiker habe die Situation in der Evakuierungszone um den Vulkan weiterhin als angespannt wahrgenommen, berichtet er zudem. Jedoch würden die spanischen Behörden gute Arbeit leisten. „Hilfskräfte und Wissenschaftler haben einen guten Informationsaustausch – in beide Richtungen. Wir wurden beispielsweise von der Feuerwehr vor erhöhten Schwefeldioxidwerten in einigen Gebieten gewarnt. Gleichzeitig haben wir geologische Informationen und Erklärungen zu den vulkanischen Phänomenen an die anwesenden Hilfskräfte weitergegeben“, sagt der Experte.

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Geiger: „Bomben können Größen von mehreren Metern erreichen“

Doch was hat es mit der Lavabombe auf sich, die so viele faszinierte? „Als vulkanische Bombe oder Lavabombe wird ausgeworfenes, angerundetes vulkanisches Material mit einer Größe von mehr als 64 Millimetern bezeichnet“, erklärt Geiger. Das trete häufiger bei Vulkanausbrüchen auf und hänge mit der Art der Aktivität zusammen.

Bereits kleinere Lavabomben könnten gefährlich für Menschen in der näheren Umgebung sein. Dabei können sie aber auch noch wesentlich größer werden. „Bomben können Größen von mehreren Metern erreichen und dementsprechend gefährlich für Menschen und Gebäude werden. Je nach Größe ist die Auswurfsdistanz jedoch sehr begrenzt, da diese auch von dem Gewicht der Bomben abhängt. Auf La Palma haben wir nur wenige Bomben beobachtet und auch nur nah am aktiven Vulkanschlot“, berichtet Geiger von seinen Sichtungen. In dem betroffenen Bereich würden sich allerdings keine Zivilisten mehr befinden, sodass eine Gefahr für Leib und Leben durch Lavabomben auszuschließen sei.

Vulkan wird wohl bis auf Weiteres aktiv bleiben

Seit der Vulkan, der noch keinen offiziellen Namen hat, am 19. September als erster Vulkan seit 50 Jahren auf der Insel ausbrach, hat die zum Teil knapp 1300 Grad heiße Lava mehr als 2500 Gebäude völlig zerstört, wie das europäische Erdbeobachtungssystem Copernicus am Samstag mitteilte. Demnach waren insgesamt 963 Hektar von einer meterdicken Lavaschicht bedeckt. Diese Fläche entspricht mehr als 1300 Fußballfeldern. Mehr als 7000 Bewohner mussten seit Ausbruch des Vulkans in Sicherheit gebracht werden. Seit einigen Tagen bewegen sich die Lavaströme nur noch sehr langsam Richtung Küste vorwärts.

Seit dem Ausbruch gibt es täglich Dutzende Beben auf der Kanareninsel. Da die meisten Erdstöße weiterhin in Tiefen von deutlich mehr als 30 Kilometern stattfinden, stellen sie nach Angaben von Experten keine bedeutende Gefahr dar. Sie deuten demnach aber darauf hin, dass der Vulkan auf der Atlantikinsel vor der Westküste Afrikas noch einige Zeit aktiv bleiben wird.

mit dpa

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