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Lange Schlangen vor dem Flughafen in Hannover: Polizei muss eingreifen

  • Seit Monaten gibt es immer wieder lange Schlangen und Wartezeiten an den Sicherheitskontrollen am Flughafen Hannover.
  • Grund ist fehlendes Personal.
  • In der Nacht zu Samstag droht die Situation zu eskalieren, die Polizei muss eingreifen.
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Hannover. Der Ärger um lange Wartezeiten bei den Sicherheitskontrollen am Flughafen Hannover ist am Wochenende teils eskaliert. Die Polizei musste eingreifen, um die Lage unter den Passagieren zu entschärfen, berichtet die „Neue Presse“. Es sei in der Nacht zu Sonnabend zu lautstarken Unmutsbekundungen und Streitereien unter den Passagieren gekommen. Der Sprecher der Polizeidirektion Hannover, Michael Bertram, bestätigte der Zeitung den Einsatz von Beamten des Kommissariats Langenhagen am Flughafen. Neben Unmutsbekundungen sei es auch „zu Gerangel gekommen“, so Bertram.

Die Passagiere seien wegen der langen Wartezeit sauer gewesen, zu Straftaten sei es aber nicht gekommen, so Bertram: „Die Polizei war zur Deeskalation vor Ort.“ Einige Reisende hatten sich über die schleppenden Sicherheitskontrollen so aufgeregt, dass sie Kreislaufprobleme bekamen und medizinisch behandelt werden mussten. Insgesamt 2100 Menschen warteten dem Bericht zufolge in der Nacht an den Sicherheitskontrollen, die Schlange reichte bis außerhalb des Flughafengebäudes, wie Fotos zeigen.

Bundespolizei: „Für mich ein inakzeptabler Zustand“

Seit Monaten arbeitet der Dienstleister Securitas mit zu wenig Personal am Flughafen Hannover, was maßgeblich zu den langen Wartezeiten führt. Ende vergangener Woche hatte das Unternehmen angekündigt, auf Mitarbeiter anderer Standorte zu setzen. Auch sei die Rekrutierung intensiviert worden, um Personalmangel auszugleichen, sagte ein Firmensprecher am Freitag. Das Kontrollpersonal kurzfristig auszubauen sei allerdings wegen der langwierigen Ausbildung nur begrenzt möglich. Der Sprecher betonte, Securitas sei mit der Lage am Flughafen Hannover nicht zufrieden - wie alle am Abfertigungsprozess Beteiligten. Nach Angaben des Flughafens hatten einige Reisende am Wochenende ihren Flug verpasst.

Mitunter habe es bis zu drei Stunden gedauert, bis Fluggäste im Sicherheitsbereich waren, sagte eine Sprecherin des Flughafens. Manche Flugzeuge starteten demnach ohne die schon lange im Flughafengebäude wartenden Passagiere. Der ständige Vertreter der Bundespolizeidirektion Hannover, Michael Schuol, forderte eine schnelle Verbesserung: „Das ist für mich ein inakzeptabler Zustand“, sagte er. Hauptgrund für die langen Wartezeiten sei der Personalmangel bei dem Dienstleister, den die Bundespolizei für die Sicherheitskontrollen beauftragt hat.

Ausbildung von Personal dauert lange

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Der Securitas-Sprecher sah als wichtigste Ursache der Probleme die Tatsache an, dass der Flughafenbetrieb längere Zeit heruntergefahren war, außerdem verlangsamten pandemiebedingte Vorschriften die Prozesse. Er erklärte, die Ausbildung dauere fünf Monate, Vorlaufzeit sei daher notwendig. Er betonte auch, Securitas habe am Flughafen Hannover keine Mitarbeiter mehr in Kurzarbeit. Auch sei man „kein Billigheimer“, Securitas biete einen Stundenlohn über 19 Euro plus Zuschläge und Bonusprogramme.

Der Sprecher sagte, derzeit seien die Kontrollzeiten auch deswegen verlangsamt, weil vielen Reisenden die Regularien und gesetzlichen Vorgaben offensichtlich nicht mehr bekannt seien. So könnten Reisende den Kontrollprozess beschleunigen, indem sie Flüssigkeiten schon vor der Kontrolle entsorgten, nur ein Handgepäckstück mitnähmen und elektronische Geräte selbst bei der Kontrolle separierten.

RND/dpa/seb

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