Missglückte Energiesparmaßnahme

Landesweiter Stromausfall in Pakistan

In ganz Pakistan ist der Strom ausgefallen. Nach der Flutkatastrophe im vergangenen Jahr ist in dem Land das Risiko für Blackouts gestiegen (Archivbild).

In ganz Pakistan ist der Strom ausgefallen. Nach der Flutkatastrophe im vergangenen Jahr ist in dem Land das Risiko für Blackouts gestiegen (Archivbild).

Islamabad. In weiten Teilen Pakistans ist am Montagmorgen der Strom ausgefallen. Auslöser war offenbar eine fehlgeschlagene Energiesparmaßnahme der Regierung: Der Strom war während der Nacht abgeschaltet worden. Bei Tagesanbruch gelang es den Ingenieuren dann aber nicht, das System wieder hochzufahren, wie die Behörden mitteilten.

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Energieminister Khurram Dastgir sagte pakistanischen Medien, derzeit werde daran gearbeitet, die Stromversorgung im ganzen Land, einschließlich der Hauptstadt Islamabad, wiederherzustellen. Er versicherte, dies werde innerhalb der folgenden zwölf Stunden gelingen. Der Ausfall löste mancherorts Panik aus.

Großteil Pakistans ohne Strom

Bereits am Montagmorgen war landesweit der Strom ausgefallen. Ursache seien Schwankungen im Netz, erklärte das Energieministerium.

Durch den Ausfall waren viele Menschen ohne Trinkwasser, da Pumpen nicht funktionierten. Inmitten kalten Winterwetters waren Schulen, Krankenhäuser, Fabriken und Geschäfte ohne Strom. Außer der Hauptstadt waren auch Großstädte wie Quetta, Peshawar und Lahore betroffen. Dort fiel unter anderem die U-Bahn aus.

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Spannungsschwankungen machten Abschaltung nötig

Der Energieverbrauch in Pakistan sinkt nach Angaben von Dastgir in den Winternächten. „Als wirtschaftliche Maßnahme haben wir unsere Stromerzeugungsanlagen in der Nacht vorübergehend abgeschaltet“, sagte er. Beim neuerlichen Hochfahren der Systeme sei es dann zu Spannungsschwankungen gekommen, die eine Abschaltung nötig gemacht hätten. Der Minister betonte, es handele sich nicht um eine größere Krise. In Unternehmen und Krankenhäusern sowie militärischen Einrichtungen wurden Notstromaggregate in Betrieb genommen.

Der Ausfall weckte Erinnerungen an einen massiven Blackout im Januar 2021. Er wurde seinerzeit auf einen technischen Defekt im Stromerzeugungs- und Verteilsystem des Landes zurückgeführt. Pakistan befindet sich inmitten einer der schwersten Wirtschaftskrisen der jüngeren Vergangenheit, die Devisenreserven schwinden. Um Energie zu sparen, ordnete die Regierung in diesem Monat bereits die Schließung von Einkaufszentren und Märkten ab 20.30 Uhr an. Der Internationale Währungsfonds gewährte dem Land ein finanzielles Rettungspaket in Höhe von sechs Milliarden Dollar, verhängte dafür aber strenge Auflagen. Der aktuelle Stromausfall warf nun Fragen über das Vorgehen der Regierung zur Bewältigung der Wirtschaftskrise auf.

Pakistan bezieht mindestens 60 Prozent seines Stroms aus fossilen Brennstoffen, fast 27 Prozent werden durch Wasserkraft erzeugt. Der Beitrag von Atom- und Solarenergie zum Stromnetz des Landes beträgt etwa zehn Prozent.

RND/AP

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