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Nach Vulkanausbruch: Viele Menschen auf La Palma haben ihr Haus nicht versichert

  • Vor vier Wochen brach der Vulkan Cumbre Vieja auf La Palma aus.
  • Seitdem wurden Hunderte Häuser zerstört, Menschen mussten fliehen.
  • Viele Bewohner kämpfen jetzt mit Geldsorgen, da zahlreiche Gebäude nicht versichert sind.
Viktoria Koenigs
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Seit vier Wochen spuckt der Vulkan Cumbre Vieja auf La Palma Lava und Asche, vertrieb Anwohner und Touristen aus ihren Unterkünften. Mehr als 1500 Wohnhäuser sind durch den Lavastrom bereits zerstört worden – und es könnten noch mehr werden, wenn der Vulkan weiterhin Feuer spuckt.

Der Wiederaufbau könnte für viele Bewohner der Insel allerdings schwierig werden, denn nicht jeder hat sein Haus gegen Vulkanausbrüche versichert. „Viele Menschen haben keine Versicherung abgeschlossen“, sagte Matthias Weidemann von der Allianz-Versicherung in La Palma dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Und jetzt schließen viele Gesellschaften keine Versicherungen mehr ab.“

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Vulkan auf La Palma seit einem Monat aktiv
1:24 min
Vor genau einem Monat ist der Vulkan auf der Kanareninsel La Palma ausgebrochen. Und noch immer fließt Lava, aktuell aber langsamer als erwartet.  © dpa
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Hintergrund sei, dass die Kanaren, zu denen La Palma gehört, zu den ärmsten Regionen in Spanien zählen. Erst im März dieses Jahres belegten Zahlen, dass mehr als 600.000 Menschen, also etwa ein Drittel der Bevölkerung der Kanaren, in einer „Mangelsituation“ lebe, verstärkt durch die Folgen der Corona-Pandemie und dem ausgebliebenen Tourismus. Auch die Caritas stellte im Juni einen enormen Zulauf bei ihren Hilfsorganisationen fest.

„Menschen von La Palma gehen leer aus”

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Weidemann sagte, dass bei den Versicherungen zwar generell Geld fließe, nur eben meist nicht an die Bevölkerung: „Wenn Versicherungsgelder ausgezahlt werden, dann eher ins Ausland, da die gut versicherten Gebäude Ferienhäuser sind und meist von Ausländern betrieben werden. Die Menschen von La Palma gehen leer aus.” Die Anwohner müssen daher auf die Hilfe der Regierung hoffen – die hatte erst kürzlich angekündigt, mehr als 10 Millionen Euro Soforthilfe für die Opfer des Vulkanausbruchs zur Verfügung zu stellen.

Die Immobiliensituation an sich scheint hingegen auf der Insel aktuell noch stabil zu sein – so beschreibt es zumindest Josefina Skorzyk, Immobilienmaklerin bei Islas Immobilien, gegenüber dem RND: „In den letzten Jahren war die Preisentwicklung auf La Palma gleichbleibend mittel bis hoch. Aktuell stockt der Immobilien­markt. Wie sich die Preise entwickeln werden, können wir erst sagen, wenn der Vulkan wieder ruht.“ Käufe und Besichtigungen werden ihren Angaben zufolge derzeit verschoben. Einige Anbieter hätten allerdings wegen des Häusermangels die Preise angehoben – „es gibt immer Leute, die Profit aus so einer Situation machen wollen“, sagt Skorzyk. Das sei allerdings die Ausnahme.

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