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Vier Wochen nach dem Vulkanausbruch auf La Palma: eine Chronik der Ereignisse

  • Am 19. September spuckt ein Vulkan auf La Palma nach einem Erdbebenschwarm wieder Lava – erstmals nach 50 Jahren Inaktivität.
  • Im Zuge der Eruption werden über 1000 Häuser zerstört, 7000 Menschen werden evakuiert.
  • Eine Chronologie der Ereignisse.
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Vor vier Wochen spuckte der unbenannte Vulkan im Höhenzug Cumbre Vieja erstmals Lava. Vorangegangen waren mehrere Tausend kleine Erdbeben. Geologen warnten vor ebenjenem Ausbruch. Schon früh prognostizierten Vulkanologen, dass der Ausbruch Monate andauern könne. Und wirklich: Einen Monat später fließt ein zweiter Lavastrom gen Meer. 7000 Palmeros wurden evakuiert, 8 Prozent des Inselterritoriums sind von der Naturkatastrophe betroffen. 50 Jahre lang gab es keinen aktiven Vulkan auf der Insel.

Wir blicken vier Wochen nach dem Vulkanausbruch zurück. Eine Chronologie.

11. September 2021

Ab diesem Tag ereignet sich ein intensiver und mehrere Tage anhaltender Erdbebenschwarm. Schon zu diesem Zeitpunkt warnen Geologen vor einem bevorstehenden Ausbruch. Die Behörden setzen die Warnstufe für den Vulkan, der seit der Eruption 1971 als schlafend gilt, auf Gelb. Bewohner sollten sich auf eine Evakuierung vorbereiten.

19. September 2021

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Nach mitteleuropäischer Zeit bricht der unbenannte Vulkan im Gebirgszug Cumbre Vieja um 16.12 Uhr (Ortszeit 15.12 Uhr) aus. Die Ausbruchsstelle befindet sich etwa 250 Meter nordöstlich des alten Vulkans Cabeza de Vaca. Die Aschewolke reichte 1500 Meter hoch. Am Morgen gab es noch ein Erdbeben von 3,8. Die Behörden beginnen mit der Evakuierung.

20. September 2021

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Eine neue Spalte öffnet sich nach einem weiteren Erdbeben. Insgesamt sind 6000 Menschen von der Evakuierung betroffen.

22. September 2021

190 Häuser werden von der 15 Meter hohen Lavawalze zerstört. Am Tag darauf betrifft dies weitere 160 Häuser.

24. September 2021

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Eine Explosion erschüttert La Palma am Nachmittag. Die daraus resultierende Aschewolke ist 3500 Meter hoch. Die beiden Ortschaften Tajuya und Tacande werden ebenfalls evakuiert. Die Lava fließt nach der Explosion nun schneller. Asche rieselt auch auf der Ostseite der Insel nieder. Der Flugbetrieb wird eingestellt, weil Asche die Start- und Landebahn bedeckt. Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez verspricht finanzielle Hilfe für die betroffenen Inselbewohnerinnen und -bewohner.

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Mehrere Landhäuser gingen bereits in Flammen auf, als sie von der um die 1000 Grad heißen Lava erreicht wurden.  @ Quelle: Arturo Jimenez/dpa

26. September 2021

Nachdem der Lavastrom sich verlangsamt hatte, fließt er nun wieder schneller Richtung Meer. In Todoque wird die Kirche San Pio X vollständig von der Lavawalze zerstört. Auf Videos ist zu sehen, wie der Glockenturm kollabiert. Der Flughafen auf La Palma wird wieder geöffnet.

27. September 2021

Der Vulkan kommt in den Morgenstunden zur Ruhe. Die Eruptionen in den Schloten verringern sich. Doch schon am Abend, gegen 18 Uhr Ortszeit, kommt es zu neuen Eruptionen.

29. September 2021

Der Lavastrom erreicht nach zwei Wochen das Meer in der Nähe der Playa Nueva. Die spanische Regierung erklärt La Palma zum Katastrophengebiet. Durch die abgekühlte Lava entsteht an der Küste ein neues Delta, das die Größe von etwa 24 Fußballfeldern hat. Es sind bislang etwa 855 Gebäude zerstört worden.

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Riesige Lavaströme sorgen auf La Palma für weitere Zerstörung
1:50 min
Nach Angaben des Spanischen Instituts für Geologie und Bergbau war das Magma am Sonntag so hoch wie ein dreigeschossiges Gebäude.  © Reuters

1. Oktober 2021

Neue Beben führen zu einer intensiven vulkanischen Aktivität. Aus zwei neuen Spalten tritt Lava heraus. Der daraus resultierende neue Strom zerstört Teile von El Paraíso und vereinigt sich später mit dem Hauptstrom. Die neue Landzunge, die durch die abgekühlte Lava entstanden ist, wächst weiter und ist nun etwa 20 ektar groß.

4. Oktober 2021

Ein zweiter Lavastrom öffnet sich, nachdem der Krater, der bislang wie ein Damm wirkte, kollabiert ist.

7. Oktober 2021

Wegen Ascheablagerungen wird der Flugbetrieb auf La Palma erneut eingestellt.

9. Oktober 2021

Durch den Kollaps der Nordflanke des Kraters entstehen weitere Lavaströme, die in den Folgetagen die wenigen verbliebenen Gebäude von Todoque zerstören. Der Flugbetrieb wird wieder geöffnet.

15. Oktober 2021

Erdbeben lösen einen „Lava-Tsunami“ aus. Es handelt sich um die stärksten Beben seit Ausbruch des Vulkans. Mehr als 1500 Häuser wurden bisher durch die beiden nun existierenden Hauptströme zerstört. Während der erste Strom, der das Meer bereits erreicht hat, weitgehend zum Stillstand gekommen ist, fließt der zweite weiter. Die Behörden stellen sich noch immer auf mögliche Evakuierungen ein.

Video
Vulkan auf La Palma seit einem Monat aktiv
1:24 min
Vor genau einem Monat ist der Vulkan auf der Kanareninsel La Palma ausgebrochen. Und noch immer fließt Lava, aktuell aber langsamer als erwartet.  © dpa

17. Oktober 2021

Der zweite Lavastrom ist noch etwa 200 Meter vom Meer entfernt. Es wurden seit dem Ausbruch des Vulkans mehr als 7000 Inselbewohnerinnen und ‑bewohner evakuiert.

RND/goe

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